Der Widerstand der Wirtschaft und der Opposition gegen die neuen Abschreibungstabellen hält an. Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) sprach von einer "inszenierten Täuschung" des Bundesfinanzministeriums, da es die AfA-Tabellen ohne weitere Korrektur zum 1. Januar 2001 in Kraft setzen wolle. Dann werde die für Mitte Januar geplante öffentliche Anhörung des Finanzauschusses zur Farce, erklärte DIHT-Steuerabteilungsleiter Alfons Kühn. Zu der nichtöffentlichen Anhörung am 30. November meinte Kühn: "Es stand von vornherein fest, dass die von der Verwaltung – ohne Beteiligung der Wirtschaft – verordneten Abschreibungszeiten durchgepeitscht werden sollten. Der Einführungsmonolog des zuständigen BMF-Vertreters hatte nur den Zweck, den Sachverständigen klar zu machen, dass sie besser zu Hause geblieben wären". Die neue Tabelle bedeute für die Wirtschaft immer noch eine Mehrbelastung von mindestens sieben Milliarden Mark. Heftige Kritik äußerten auch CSU und FDP. Das Verhalten des Bundesfinanzministeriums sei "undemokratisch, überheblich und mittelstandsfeindlich", rügte Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU). Der FDP-Finanzpolitiker Carl-Ludwig Thiele warnte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) in einem Schreiben davor, vollendete Tatsachen zu schaffen. Noch Anfang Dezember habe ein Vertreter des Ministeriums zugesagt, mit der Veröffentlichung der Tabellen bis Ende Januar oder Anfang Februar zu warten (vr/jök)
AfA-Tabellen: Opposition und Wirtschaft fühlen sich getäuscht
Eichels Fahrplan macht für Januar geplante Anhörung zur Farce