Nach zwei besonders erfolgreichen Jahren braut sich für die Weltschifffahrts-Industrie am Horizont eine "Schlechtwetterfront" zusammen. Mit diesem plastischen Bild umschrieb Frank Leonhardt, Vorsitzender des Verbands Deutscher Reeder (VDR), jetzt in Hamburg vor Journalisten, die Situation weiter Teile der globalen Schifffahrtsbranche. "Ich rate den Unternehmen dazu, sich für ein "Alle-Mann-an-Deck"-Manöver bereit zu halten", ergänzte Leonhardt. In der nüchternen Sprache des Reederei-Kaufmanns heißt das: Die Frachtraten stehen seit Monaten massiv unter Druck, das Ladungsaufkommen geht zurück. Doch dem stehen im Markt erhebliche Überkapazitäten gegenüber, die den Druckprozess noch beschleunigen. Richtig eng könnte es im kommenden Jahr für Teile der Containerschifffahrt kommen, genauer gesagt, die in diesem Segment eingesetzte Chartertonnage. Das Prekäre daran: Die größte, leistungsstärkste und modernste Containerschiffs-Tonnage wird durch deutsche Unternehmen gehalten. Zwar gelten für "die Mehrzahl der vercharterten Schiffe noch Verträge aus der Zeit festerer Preisgestaltungen", die auch weiterhin zu erfüllen seien. Dabei handelt es sich sehr verbreitet um Langfrist-Chartern. Doch stelle sich der eine oder schon mal andere die Frage, was passiere, wenn diese Verpflichtungen bei anhaltendem Abwärtstrend nicht eingehalten werden können. (vr/eha)
2002 wird ein Jahr der Herausforderungen
Die Deutschen Reeder rechnen nach erfolgreichen Jahren mit einem Einbruch in der Branche