Güterbahnhof Hagen, Rangierbahn, Güterzüge

Der KCW-Studie zufolge müsste der Bund zur Verdoppelung des Schienengüterverkehrs bis 2035 insgesamt 4,2 Milliarden Euro mehr investieren als vorgesehen

©/Hans Blossey/euroluftbild.de/dpa/picture-alliance

Studie zeigt Chancen zur Verdoppelung des Schienengüterverkehrs bis 2035

Ein Gutachten im Auftrag der Bahnverbände NEE und VPI benennt kostengünstige Projekte zur Beseitigung von Flaschenhälsen im deutschen Schienennetz.

Berlin. Mit überschaubarem finanziellem Mehraufwand lässt sich das deutsche Schienennetz bis 2035 doppelt so viel Güterverkehr wie heute ertüchtigen. Zu diesem Ergebnis kommt das „Klima-Plus-Programm für mehr Güter auf der Schiene“, das das Beratungsunternehmen KCW im Auftrag des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) und des Verbandes der Güterwagenhalter in Deutschland (VPI) erstellt hat und das am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Der Bund müsste dem Gutachten zufolge dafür in den kommenden 15 Jahren zusammen 4,2 Milliarden Euro mehr investieren als vorgesehen.

Die Studie geht vom aktuellen Bundesverkehrswegeplan aus und davon, dass zumindest die von KCW priorisierten 17 Vorhaben auch tatsächlich umgesetzt werden. Darüber hinaus werden darin 48 zusätzliche Netzprojekte und vier Europa-Projekte beschrieben, mit denen gezielt Flaschenhälse im Schienennetz beseitigt werden könnten. „Tatsächlich neu gebaut werden müssten gerade einmal 15 Kilometer Strecke“, erklärte NEE-Geschäftsführer Peter Westenberger. Ohne neue Mammutprojekte und für im Schnitt 280 Millionen Euro mehr im Jahr könne der Bund eine klimafreundliche Trendwende im Güterverkehr schaffen und sein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen, mehr auf die Schiene zu verlagern, sagte er.

NEE und VPI fordern mehr Geld vom Bund

Die beiden Bahnverbände NEE und VPI plädieren dafür, dem auf Straße wie Schiene gleichzeitig stark wachsenden Güterverkehr mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „Die Politik ist gefordert, jetzt zu handeln. Schon mit dem aktuellen Haushalt muss der Startschuss für den entsprechenden ‚Hochlauf‘ der Mittel fallen“, betont Malte Lawrenz, Vorsitzender des VPI.

Die Schwerpunkte des KCW-Ausbaukonzepts liegen auf der Elektrifizierung bestehender Strecken, zusätzlichen Gleisen neben bestehenden Strecken, kürzeren Signalabständen sowie Überhol- und Kreuzungsbahnhöfen. An Ausbaustrecken und einigen stärker als bisher genutzten Bestandsstrecken müsse trotz leiser werdender Züge zugleich der Lärmschutz erweitert werden.  Wichtigste konzeptionelle Neuerung ist der Focus auf die Ost-West-Verbindungen im südlichen Teil Deutschlands, um Schieneninfrastruktur in diesen Relationen zu stärken und damit vor allem grenzüberschreitende Güterverkehre von der Straße auf die Schiene zu verlagern. (ag)

Das KCW-Gutachten können Sie unterhalb dieser Meldung als kostenloses PDF herunterladen.

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special RAILCARGO & KV.


1000px 588px

Railcargo & KV, Verkehrspolitik Deutschland


WEITERLESEN: