Zollbeamter, Computer, Flughafen Leipzig-Halle

Bundesfinanzminister Scholz sieht den deutschen Zoll für einen Brexit gewappnet

©Sebastian Willnow/dpa/picture-alliance

Scholz sieht deutschen Zoll für den Brexit gewappnet

Durch einen Brexit kommt mehr Arbeit auf den deutschen Zoll zu, die Verantwortlichen sind aber überzeugt, dass man dafür ausreichend gerüstet ist.

Schkeuditz. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht den deutschen Zoll für den Brexit gewappnet. Wegen des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU würden 900 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, sagte Scholz am Donnerstag, 7. März, bei einem Besuch des Frachtdrehkreuzes der DHL in Schkeuditz bei Leipzig. Derzeit hat der Zoll bundesweit rund 40.000 Mitarbeiter.

Welche Mengen nach einem Brexit vom Zoll zusätzlich abgefertigt werden müssen, sei schwer vorherzusagen, sagte der Bundesfinanzminister. Der Zoll sei aber sowohl auf einen Austritt mit Abkommen als auch auf einen harten Brexit eingestellt. In letzterem Fall würde Großbritannien von einem Tag auf den anderen zu einem Drittstaat werden und es würden unter anderem EU-Zölle fällig.

Rund 18.000 zusätzliche Zollanmeldungen in Leipzig

Das Zollamt am Flughafen Leipzig stellt sich übrigens nach einem Brexit auf 18.000 zusätzliche Zollanmeldungen pro Woche bei DHL ein, sagte Leiter Hans-Peter Rabenau. Bei derzeit 40.000 Anmeldungen sei das ein Plus von fast 50 Prozent. Die 150 Zöllner sollen im Sommer um 30 Mitarbeiter verstärkt werden.

Am DHL-Hub seien voriges Jahr rund 120 Millionen Pakete abgewickelt worden. Davon seien etwa 40 Prozent zollpflichtig gewesen. Nach einem Brexit werde dieser Wert ansteigen – je nach Szenario früher oder später. „Ich bin verhalten optimistisch, dass wir das gebacken bekommen“, sagte Rabenau. (dpa)

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