Donau, Binnenschiff

Der Deutsche Wasserstraßen- und Schifffahrtsverein Rhein-Main-Donau will mehr Güter aufs Binnenschiff bringen

©Armin Weigel/dpa/picture-alliance

Schifffahrtsverein will mehr Güter auf Bayerns Flüsse bringen

Vertreter von Schifffahrt, Häfen, Kommunen und Unternehmen treffen sich Ende der Woche zum zweiten Bayerischen Wasserstraßen- und Schifffahrtstag. Dabei soll es um die Zukunft der Branche gehen. Eine klare Forderung steht im Raum - doch daran gibt es schon Kritik.

Nürnberg/Bamberg. Auf Bayerns großen Flüssen sollen mehr Güter transportiert werden - das jedenfalls fordert der Deutsche Wasserstraßen- und Schifffahrtsverein Rhein-Main-Donau (DWSV). „Die Wasserstraßen sind für den Güterverkehr viel zu wenig genutzt”, sagte Michael Fraas, Vorsitzender des Vereins mit Sitz in Nürnberg. Straßen und Schienen seien überlastet. Main und Donau eigneten sich dafür, vor allem solche Last zu transportieren, die nicht zeitkritisch ist, also nicht zeitnah etwa für den Autobau benötigt wird. Als Beispiel nannte Fraas große Maschinen oder Teile davon. 

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) entgegnete: „In Bayern bleibt die Donau bisher weit hinter der möglichen Kapazität zurück. Die Wasserstraße ist nicht wettbewerbsfähig, der Verkehr bleibt auf Autobahn und Schiene.” Daher sei zu begrüßen, dass der Ausbau vorangebracht werde. 

Am 4. und 5. Juli wollen sich beim zweiten Bayerischen Wasserstraßen- und Schifffahrtstag in Bamberg unter anderem Vertreter von Schifffahrt, Häfen, Kommunen und Unternehmen über die Zukunft der Branche austauschen. Erwartet wird auch eine Ansprache von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). 

Vorteile beim Transport von schweren, sperrigen Spezialgütern

„Ein Vorteil der Binnenschifffahrt ist der Transport von schweren, sperrigen Spezialgütern”, sagte vbw-Chef Brossardt. „Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist die Grundlage für Mobilität, Logistik, Produktion und Export.” Verkehrsnetze müssten die Perspektiven von Unternehmen ebenso absichern wie die gute Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen. Nötig sei ein verbessertes Gesamtverkehrssystem, in dem sich etwa die Verkehrsträger Straße, Schiene, Schifffahrt und Luftverkehr gegenseitig ergänzen. 

Nach Angaben des Landesamts für Statistik lag der Güterumschlag der bayerischen Binnenschifffahrt im ersten Quartal 2019 bei 1,7 Millionen Tonnen und damit 13,4 Prozent über dem Stand des Vorjahres.

Im Maingebiet wurden demnach 0,8 Millionen Tonnen verladen, im Donaugebiet 0,9 Millionen. Hauptsächlich wurden Steine und Erden sowie land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse auf dem Wasser transportiert. Trotz der jüngsten Steigerung ist der Güterumschlag der Binnenschifffahrt in Bayern seit dem Jahr 2000 tendenziell gesunken, wie aus Daten des Landesamts hervorgeht. (dpa)

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