ProGlove, Handschuh mit Barcode-Scanner

Mit Hilfe von Sensoren, die bei Daumendruck einen Scanner auf dem Handrücken auslösen, lassen sich Barcodes einfach und schnell erfassen

©Festo

Scannen mit smartem Arbeitshandschuh

Elektronik zum Anziehen: Der Automationsspezialist Festo setzt in Ostfildern-Scharnhausen in der Logistik auf einen Handschuh mit integriertem Barcode-Scanner.

Ostfildern-Scharnhausen. Ob Smartwatches, Fitnessarmbänder oder Datenbrillen: Sogenannte Wearables sind gefragt - auch in der Logistik. Festo, ein Anbieter von Lösungen für die Fabrik- und Prozessautomation, setzt in seinem Werk im baden-württembergischen Ostfildern-Scharnhausen seit kurzem auf Elektronik zum Anziehen. Und zwar in Form eines intelligenten Arbeitshandschuhs. Dieser stammt von dem Unternehmen ProGlove, ist auf dem Handrücken mit Sensoren ausgestattet und soll helfen, die Prozesse zu beschleunigen.

Folgendermaßen funktioniert das: Durch den Handschuh mit integriertem Barcode-Scanner kann der Mitarbeiter nach Angaben von ProGlove beim Be- und Entladen des Routenzugs, der an den Montagearbeitsplätzen die fertigen Produkte abtransportieren, einfacher seine Arbeitsschritte dokumentieren. Während er bisher die Materialbehälter mit der einen Hand gegriffen und mit der anderen mit einem Handheld den Barcode gescannt hat, hat er nämlich nun beide Hände frei, um die Boxen zu greifen. Barcodes können sowohl vertikal als auch horizontal abgelesen werden. Durch ein optisches, akustisches und haptisches Signal weiß der Mitarbeiter, dass der Artikel eingescannt wurde, ohne ständig zum Display blicken zu müssen.

Das Scannen soll auf diese Weise erheblich weniger Zeit in Anspruch nehmen, als mit dem zusätzlichen Gerät. „Mit dem ProGlove haben wir deutlich weniger Wegstrecken. Dadurch wird der Zugfahrer effizienter, die Route schneller und wir werden produktiver“, sagt Markus Ottmayer, Projektleiter für den Routenzug in der Logistik. Der Mehrwert sei so deutlich, teilte Festo mit, dass der Automationsspezialist den intelligenten Arbeitshandschuh in seinen Produktionsstätten in weiteren Bereichen einsetzen will.

Die ersten Kleinserien der rund 1500 Euro teuren, in Eigenproduktion hergestellten ProGlove-Systeme sind auch in anderen Wirtschaftszweigen im Einsatz: Der Fahrzeughersteller BMW nutzt sie zum Beispiel in den Werken München, Dingolfing, Regensburg, Leipzig, Berlin und Oxford. Dort spart das neue Verfahren etwa bis zu fünf Sekunden pro Scan ein. Der Handel hat den smarten Arbeitshandschuh ebenfalls für sich entdeckt. Der Lebensmittel-Discounter Penny probiert ihn derzeit im Logistikbereich aus. (ag)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LAGERTECHNIK & REGALE.

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