Bauarbeiten Autobahn

In Hessen soll 2020 deutlich in den Erhalt und Ausbau von Straßen sowie Brücken investiert werden (Symbolbild)

©Carsten Rehder/dpa/picture-alliance

Rekordsumme für Straßen- und Brückenbau in Hessen

Auto- und Brummifahrer können auf bessere Straßen in Hessen hoffen: Bund und Land nehmen viel Geld für Investitionen in die Hand. Bevor es aber besser rollt, werden etliche Baustellen den Bürgern viel Geduld abverlangen.

Wiesbaden. Eine Rekordsumme von über einer Milliarde Euro soll 2020 in Hessen in den Erhalt und Ausbau von Straßen sowie Brücken investiert werden. „Mobilität braucht eine intakte Infrastruktur“, sagte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden. Über Jahre und Jahrzehnte sei jedoch zu wenig in die bestehenden Straßennetze im Land investiert worden. „Wir holen auf.“ Die Verkehrsteilnehmer müssten aber auch im laufenden Jahr wegen der großen Zahl von Bauvorhaben viel Geduld mitbringen. „Denn wenn gebaut wird, führt das zwangsläufig zu Behinderungen durch die Baustellen.“

Der überwiegende Teil der Gelder komme vom Bund, erklärte der Minister. Hessen werde rund 132 Millionen Euro Landesmittel beisteuern. Insgesamt sollen mit den Finanzmitteln Straßenbauprojekte mit einer Länge von 315 Kilometern in diesem Jahr fertiggestellt werden. Noch nie sei so viel Geld in Verkehrsprojekte im Land geflossen, sagte Al-Wazir zu der geplanten Investitionssumme von 1,002 Milliarden Euro. Dabei werde weiter nach dem Prinzip verfahren, vorrangig in den Erhalt der bestehenden Straßeninfrastruktur zu investieren statt in den Neubau.

Mehrere Großprojekte sind geplant

Zu den größeren Projekten zählt etwa der bereits laufende Neubau der Talbrücke Marbach, die Teil der Autobahn 45 in Mittelhessen ist. Ende des Jahres soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein. Auch das Wiesbadener Kreuz mit den Autobahnen A 3 und A 66 wird weiter saniert, Ende Mai soll die Baustelle dort beendet sein. Das teuerste Projekt derzeit ist der Neubau der A 44 in Nordhessen von Kassel nach Herleshausen – dafür sollen in diesem Jahr mehr als 200 Millionen Euro fließen. Insgesamt kosten die knapp 70 Autobahnkilometer mehr als zwei Milliarden Euro.

Neben Bauprojekten an Bundesautobahnen sollen aus den Bundesmitteln auch Vorhaben an zahlreichen Bundesstraßen im Land finanziert werden, kündigte der Grünen-Politiker an. „Für dieses Jahr sind Investitionen in hessische Bundesstraßen in Höhe von 231 Millionen Euro vorgesehen. Das sind gut 48 Millionen mehr als 2019.“ An den Landesstraßen sollen Projekte mit einer Gesamtlänge von etwa 183 Kilometern in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Viele Straßen in schlechtem Zustand

„Wir haben hier einiges aufzuholen“, betonte der Minister. Etwa ein Fünftel der Landesstraßen habe sich vor fünf Jahren in einem sehr schlechten Zustand befunden. „Umso wichtiger ist es, dass wir weiter daran arbeiten, die bestehenden Straßen zu sanieren.“ Der Zustand der Landesstraßen wird nach Angaben der Verkehrsbehörde Hessen Mobil alle vier Jahre geprüft. In diesem Jahr steht wieder ein solche Prüfung an. In den vorgesehenen Landesmitteln seien auch acht Millionen Euro für Radwege entlang von Landesstraßen enthalten, erklärte Al-Wazir.

Im Jahr 2019 waren rund 955 Millionen Euro in Straßenbauprojekte in Hessen geflossen. Der Anteil des Landes lag bei knapp 124 Millionen Euro. Insgesamt wurden dabei Projekte mit einer Länge von rund 272 Kilometer Straße in Hessen fertiggestellt. Bei der finanziellen Unterstützung aus Berlin handelt das Land Hessen als sogenannte Auftragsverwaltung des Bundes. Hessen Mobil nimmt diese Aufgabe dann wahr und setzt sie um. (dpa/ja)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIKREGION HESSEN UND RHEINLAND-PFALZ.

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