Versicherer Kravag wächst trotz schwieriger Lage

26.06.2026 08:59 Uhr | Lesezeit: 3 min
Auf der Delegiertenversammlung des Versicherers Kravag: Delegierte und Gäste der Kravag sitzen im Konferenzsaal des Altantic-Hotels in Heidelberg, vorne sitzen hinter einem Tisch mit den Namen der Notar und die Kravag-Verantwortlichen, darunter Vorstandsc
Kravag, ein Versicherungsunternehmen für die Logistik- und Transportbranche sieht steigende Risiken im Transport
© Foto: VerkehrsRundschau/Marie Christin Wiens

Der Versicherer für die Logistikbranche Kravag wächst trotz schwieriger Lage. Steigende Kosten, neue Risiken und Betrugsfälle belasten die Transport- und Logistikbranche.

Die Kravag‑Gesellschaften haben in einem herausfordernden Marktumfeld ihre Beitragseinnahmen weiter gesteigert. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 legten die Einnahmen um 3,8 Prozent zu.

Auch im Gesamtjahr 2025 hatte der Spezialversicherer für Transport und Logistik ein deutliches Wachstum verzeichnet und seine Position weiter ausgebaut. Die Beitragseinnahmen stiegen im Geschäftsjahr 2025 um 9,2 Prozent auf knapp 2 Milliarden Euro.

Mit ein Grund laut Kravag-Vorstandschef Nils Reich waren auch die im Vergleich zu den vergangenen Jahren günstigen Witterungsverhältnisse, die zu wenig Elementarschäden führten. Allerdings sei 2025 dahingehend ein Ausnahmejahr gewesen. Außerdem eine Rolle spielte die Strategie Next Level des Versicherers. Diese hat zur Substanzstärkung beigetragen und wirkt sich positiv auf die Bilanz aus. Hier habe sich die Arbeit ausgezahlt, so Reich. 

Branche unter starkem Druck

Die Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen. Geopolitische Konflikte, steigende Energiekosten sowie Veränderungen durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz prägen derzeit die Branche.

Für Transport- und Logistikunternehmen bedeutet das:

  • zunehmend komplexe Risiken
  • steigende Kostenbelastungen
  • sowie wachsende Unsicherheit in den Märkten

Steigende Schadenkosten belasten Versicherer

Ein zentraler Faktor sind steigende Reparatur- und Ersatzteilkosten, die sich direkt auf die Schadenaufwendungen auswirken. Diese sind zuletzt erneut gestiegen.

Bei der Kravag Logistic kam es durch den Anstieg der Werkstattkosten zu höheren Schadenaufwendungen. Diese beliefen sich auf 892,6 Millionen Euro und lagen damit um 3,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Unternehmen konnte aber die gebuchten Bruttobeiträge über alle Sparten hinweg auf gut 1.136 Millionen Euro verbessern.

Damit wuchsen die Beitragseinnahmen um 6,5 Prozent. Das führte dazu, dass sich auch die Combined Ratio von 96,8 auf 94,9 Prozent verbessern konnte. Die Combined Ratio beschreibt, wie viel ein Versicherer von 100 Euro Beitragseinnahmen für Schäden und Kosten aufwendet.

Gute Entwicklung auch bei der Kfz-Versicherungsgesellschaft

Auch die Kravag Allgemeine konnte 2025 ihr Beitragsvolumen deutlich steigern. Der Kfz-Versicherer  konnte sich bei den Beitragseinahmen von 738,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 836,2 Millionen Euro  verbessern. Das ist ein Wachstum um 13,3 Prozent.

Zugleich sanken die Schäden leicht: Die Aufwendungen für Versicherungsfälle gingen von 658,7 Millionen auf 636,2 Millionen Euro zurück. Damit verbesserte sich auch die Combined Ratio und erreichte einen Wert von 90,5 Prozent.


Fake-Carrier werden zum wachsenden Risiko

Zunehmend rückt ein weiteres Problem in den Fokus: sogenannte Phantomfrachtführer. Dabei handelt es sich um organisierte Betrugsfälle, bei denen Waren unter falschen Identitäten übernommen und gestohlen werden.

Die Bedeutung dieses Risikos nimmt zu:

  • steigende Zahl an Fällen
  • wachsende Schadenssummen
  • zunehmende Professionalisierung der Täter

Der Schutz vor solchen Betrugsformen wird damit zu einem zentralen Thema für die Branche.



Elektrifizierung bringt neue Herausforderungen

Auch die Transformation des Transportsektors wirkt sich auf Versicherer aus. Mit der zunehmenden Elektrifizierung entstehen neue Risikofelder – etwa bei der Bergung oder beim Umgang mit beschädigten Batterien.

Diese erfordern:

  • spezielle Sicherheitsmaßnahmen
  • neue technische Kompetenzen
  • sowie angepasste Schadenprozesse

Versicherungsgeschäft bleibt stabil

Trotz steigender Kosten zeigt sich das Versicherungsgeschäft insgesamt stabil. Die Beiträge entwickeln sich positiv und die Schadenquoten konnten teilweise verbessert werden.


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