Studie: E‑Lkw schneiden in der Praxis besser ab als erwartet

02.07.2026 14:14 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Elektrische Lkw überzeugen Fahrer und Unternehmen (Symbolbild)
© Foto: R+V/iStock Images

Unternehmen mit E‑Lkw-Erfahrung bewerten die Technik deutlich besser als die Gesamtbranche. Ladeinfrastruktur wird zum Schlüsselfaktor.

Unternehmen, die bereits batterieelektrische Lastwagen im Alltag einsetzen, bewerten die Technologie deutlich positiver als Betriebe ohne eigene Praxiserfahrung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Öko-Instituts im Rahmen des Forschungsprojekts ELV-LIVE.

Dafür wurden mehrere Befragungen aus den Jahren 2021 bis 2026 miteinander verglichen und die Einschätzungen von E‑Lkw-Anwendern den Erwartungen der Gesamtbranche gegenübergestellt.

Vorbehalte und Realität klaffen auseinander

Die Untersuchung zeigt, dass viele Unternehmen ohne eigene Erfahrungen den Einsatz elektrischer Nutzfahrzeuge kritischer einschätzen als Betriebe, die E‑Lkw bereits im Regelbetrieb nutzen.

Nach Einschätzung der Forscher entstehen zahlreiche Vorbehalte vor allem dort, wo praktische Erfahrungen fehlen. Gleichzeitig befinden sich viele Speditionen noch in einer frühen Phase der Elektrifizierung, während Vorreiter bereits mit Ladeinfrastruktur und Energiekonzepten arbeiten.

Nutzer sehen Vorteile bei Zuverlässigkeit

Besonders deutlich fallen die Unterschiede bei der Bewertung der Fahrzeugzuverlässigkeit aus. Ein großer Teil der Unternehmen mit E‑Lkw-Erfahrung berichtet von gleicher oder sogar besserer Zuverlässigkeit im Vergleich zu Diesel-Lkw.

In der Gesamtbranche wird die Technik dagegen deutlich skeptischer bewertet. Viele Unternehmen erwarten weiterhin höhere Ausfallrisiken, obwohl die praktischen Erfahrungen der Anwender dies vielfach nicht bestätigen.


Ladeinfrastruktur wird zum entscheidenden Faktor

Während in der Vergangenheit häufig die hohen Anschaffungskosten als größte Hürde genannt wurden, rückt mittlerweile die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur stärker in den Mittelpunkt.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass viele Unternehmen ihre eigene Energieversorgung bislang nur eingeschränkt kennen. Zahlreiche Befragte verfügen über keine detaillierten Informationen zu Strompreisen oder Netzkapazitäten an ihren Standorten.

Die Vorreiterunternehmen sind hier bereits deutlich weiter:

  • sie laden überwiegend am eigenen Standort,
  • setzen verstärkt auf Photovoltaik,
  • und beschäftigen sich intensiv mit Energiemanagement und Betriebskosten.


Batterieelektrische Antriebe setzen sich durch

Die Befragungen verdeutlichen zugleich einen Wandel bei der Einschätzung alternativer Antriebe. Während Wasserstoff-Lkw vor wenigen Jahren noch als besonders aussichtsreiche Technologie galten, sehen viele Unternehmen inzwischen batterieelektrische Fahrzeuge als bevorzugte Alternative zum Diesel.

Die Bedeutung wasserstoffbasierter Konzepte wird im Vergleich deutlich geringer bewertet als noch in früheren Erhebungen.

Markthochlauf erreicht neue Phase

Nach Ansicht der Studienautoren verlagert sich die Diskussion zunehmend von der Grundsatzfrage nach der geeigneten Technologie hin zu konkreten Fragen des wirtschaftlichen Betriebs.

Im Mittelpunkt stehen heute:

  • Ladeinfrastruktur,
  • Energieversorgung,
  • Netzanbindung,
  • sowie die Optimierung von Betriebskosten.

Damit befindet sich die Branche in einer neuen Phase des Markthochlaufs.


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