Siemens eMobility und OMV haben an der Brennerroute einen weiteren Schritt beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für elektrische Lkw unternommen. Im österreichischen Kufstein wurde am Dienstag, 29. September, offiziell der Betrieb des „Sicharge Flex“-Ladesystems an der OMV-Station gestartet. OMV ist Pilotkunde und erster Anwender des neuen Systems, das Siemens im Oktober 2025 vorgestellt hat. Man schaffe insbesondere für den elektrischen Schwerverkehr zusätzliche Lademöglichkeiten entlang einer zentralen europäischen Verkehrsachse, erklärten die Partner anlässlich des Betriebsstarts in Kufstein.
Standort an der wichtigen Brennerstrecke
Der Standort Kufstein sei aufgrund seiner strategischen Bedeutung an der hochfrequentierten Brennerroute gewählt worden, erklärte Siemens. Die Station in Kufstein ist speziell auf die Bedürfnisse von Lkw-Fahrern zugeschnitten und bietet neben der neuen OMV eMotion Ladeinfrastruktur auch Services wie Duschen, Restaurants und Waschmaschinen. Das Ladesystem lässt sich mit einer Leistung von 480 kW bis 1,68 MW an unterschiedliche Szenarien und wachsende Anforderungen eines Standorts anpassen.
Weitere Ladepunkte für Lkw sollen folgen
In Kufstein bietet der Standort zunächst vier Ladepunkte für Pkw und zwei Ladepunkte für Lkw mit einer Ladeleistung von bis zu 400 kW pro Ladepunkt. In einem nächsten Schritt sollen weitere vier Ladepunkte für Lkw hinzukommen – mit Leistungen von 600 kW bis 1200 kW durch MCS. Durch die hohe Leistung wird die Ladezeit deutlich reduziert. So könne „beispielsweise ein moderner elektrischer Lkw mit einer 620-kWh-Batterie in etwa 45 Minuten von 20 Prozent auf 80 Prozent geladen werden und dadurch die gesetzliche Fahrpause bestens genutzt werden“, erklärte Siemens.
Lademöglichkeiten entlang zentraler Transitrouten
„Die Elektrifizierung des Güterverkehrs ist eine zentrale Säule eines nachhaltigen Verkehrssystems", sagt Markus Mildner, CEO von Siemens eMobility. „Sicharge Flex“ sei eine skalierbare Lösung, die sich für unterschiedliche Einsatzszenarien konfigurieren lasse – „vom Logistikdepot bis zum öffentlichen Ladepark“, sagte Mildner. „Gerade für den elektrischen Schwerverkehr braucht es leistungsfähige und verlässlich verfügbare Lademöglichkeiten entlang zentraler Transitrouten. Kufstein ist dafür aufgrund seiner Lage an der Brennerachse ein idealer Standort“, fügte Peter Vysny, VP International Operations & eMobility OMV, hinzu.
OMV habe bereits Sicharge-Flex-Ladesysteme für weitere Standorte in Österreich bestellt. Die Lieferung und Inbetriebnahme seien für die kommenden Monate geplant.