Gewinn bei Daimler Truck knapp halbiert

07.08.2026 08:03 Uhr | Lesezeit: 3 min
Der Schriftzug Daimler Truck vor der Zentrale des Nutzfahrzeugherstellers
Gewinn von Daimler Truck bricht deutlich ein
© Foto: Bernd Weißbrod/picture alliance

Daimler Truck verdient im zweiten Quartal deutlich weniger. Dank höherer Verkäufe und eines starken Nordamerika-Geschäfts steigt dennoch die Jahresprognose.

Daimler Truck hebt Prognose an trotz Gewinneinbruch

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat im zweiten Quartal 2026 deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Trotz des rückläufigen Ergebnisses zeigt sich der Konzern für die kommenden Monate optimistisch und hat seine Jahresprognose angehoben.

Während die Gewinnentwicklung weiterhin unter Druck steht, entwickelte sich das operative Geschäft zuletzt robuster. Insbesondere die Nachfrage in Nordamerika sorgte für positive Impulse.

Gewinn geht deutlich zurück

Unter dem Strich erzielte Daimler Truck im zweiten Quartal einen Gewinn von 128 Millionen Euro und damit deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch das operative Ergebnis verringerte sich gegenüber dem Vergleichsquartal.

Als Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen unter anderem die Auswirkungen von Zöllen, die weiterhin auf die Profitabilität drücken.

Die Ertragslage blieb damit hinter den Erwartungen zurück, obwohl sich die Absatzentwicklung positiv zeigte.

Umsatz und Fahrzeugverkäufe legen zu

Anders als beim Gewinn entwickelte sich das operative Geschäft. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal auf mehr als zwölf Milliarden Euro.

Zudem lieferte Daimler Truck mehr Fahrzeuge aus als ein Jahr zuvor. Weltweit legten die Verkäufe von Lastwagen und Bussen spürbar zu. Besonders die Entwicklung in Nordamerika trug zur Stabilisierung des Geschäfts bei.

Die steigenden Stückzahlen zeigen, dass die Nachfrage in wichtigen Märkten weiterhin vorhanden ist.

Nordamerika stützt den Konzern

Nach Unternehmensangaben entwickelte sich das Geschäft der nordamerikanischen Nutzfahrzeugsparte besonders positiv. Diese Entwicklung ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Daimler Truck die Erwartungen für das Gesamtjahr angehoben hat.

Auch die Belastung durch Zölle dürfte nach Einschätzung des Managements in der zweiten Jahreshälfte geringer ausfallen als bislang angenommen.

Dadurch rechnet das Unternehmen mit einer Verbesserung der Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten.

Sparprogramm läuft weiter

Trotz der verbesserten Perspektiven bleibt der Konzern unter Wettbewerbsdruck. Bereits im vergangenen Jahr hatte Daimler Truck ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm gestartet.

Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen die laufenden Kosten insbesondere in Europa deutlich reduziert werden. Geplant sind unter anderem Effizienzmaßnahmen und ein Stellenabbau im Bereich der Lkw-Sparte Mercedes-Benz Trucks.

Auch in Nordamerika prüft das Unternehmen weitere Einsparpotenziale.

Ergebnisentwicklung bleibt Herausforderung

Die aktuellen Zahlen markieren eine Fortsetzung der schwierigen Entwicklung der vergangenen Quartale. Bereits 2025 musste Daimler Truck einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen, und auch zum Jahresauftakt 2026 war das Ergebnis stark eingebrochen.

Der Konzern setzt nun darauf, dass höhere Absatzzahlen, eine stabilere Marktentwicklung und die laufenden Effizienzprogramme die Ertragskraft wieder stärken.


Daimler Truck will in USA neues Werk bauen

Daimler Truck will mit einem neuen Werk in den USA Spezial- und Fernverkehrs-Lkw bauen. Der Produktionsstart ist für 2029 geplant, der Bau des Werks soll Ende 2026 beginnen, wie der Dax-Konzern am Donnerstagabend in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mitteilte.

Mögliche Standorte werden derzeit noch geprüft, das Werk solle Tausende von Arbeitsplätzen schaffen. Konkrete Investitionssummen sowie Angaben zur Produktionskapazität machte der Konzern zunächst nicht.

Vor gut zwei Wochen hatte der Konzern wegen wieder besser laufender Geschäfte und der Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen die Jahresprognose für den wichtigen und lukrativen Konzernteil erhöht.

Vergangenes Jahr hatten die Zollkapriolen von US-Präsident Donald Trump die Branche schwer belastet, weil Spediteure in der Unsicherheit kaum noch Lkw bestellten. Mittlerweile fasst der Markt wieder mit anziehenden Bestellungen Fuß.




Mit dem VerkehrsRundschau-Newsletter immer auf dem neuesten Stand

Von Montag bis Freitag bekommen Sie unser Mittags-Update mit aktuellen Nachrichten aus der Transport- und Logistikbranche kostenfrei in Ihr E-Mail-Postfach. Zusätzlich bekommen Sie immer samstags digitale VR-Post mit den Wochen-Highlights. Den VR-Newsletter können Sie hier gratis abonnieren.

Sie haben ein Sie haben Fragen, Anregungen oder ein konkretes Anliegen? Dann schreiben Sie uns gerne an das VerkehrsRundschau-Postfach unter verkehrsrundschau@tecvia.com


HASHTAG


#Daimler Truck

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


(Senior) Consultant (all genders) - Operations Life Sciences

Stuttgart, Munich, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.