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Logistikimmobilien: Flaute hält an

15.04.2024 13:11 Uhr | Lesezeit: 4 min
Leere Logistikimmobilie von innen
Der Markt für Logistikimmobilien ist sehr verhalten in das Jahr 2024 gestartet
© Foto: Salima Senyavskaya/Getty Images Premium

Bereits 2023 ging der Flächenumsatz bei Logistikimmobilien zweistellig zurück – im ersten Quartal 2024 setzte sich der Trend fort.

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Der deutsche Markt für Logistikimmobilien hat nach Flächenumsatz das schwächste Auftaktquartal seit vielen Jahren verzeichnet. So ermittelte BNP Paribas Real Estate Ende einen Flächenumsatz von nur 1,02 Millionen Quadratmeter inklusive Eigennutzer. Das entspricht einem Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal – und dem schwächsten Jahresauftakt seit 2010.

Mit CBRE legte eine weiteres Immobiliendienstleistungs-Unternehmen seine Zahlen für das erste Quartal 2024 vor und kommt für den deutschen Industrie- und Logistikimmobilienmarkt auf einen Flächenumsatz von 1,13 Millionen Quadratmeter. Verglichen mit dem ersten Quartal 2023 ist das ein Rückgang um 19 Prozent. Laut Zahlenwerk von CBRE war dies der schwächste Jahresauftaktquartal seit 2015.

Mieter verlängern Verträge

Die Gründe für den Negativtrend sind naheliegend: „Die nun seit einigen Quartalen anhaltende konjunkturelle Flaute hat sich mit etwas Verzögerung zum Jahresbeginn 2024 erstmals auch im registrierten Logistikflächenumsatz deutlich bemerkbar gemacht“, sagt Bastian Hafner, Head of Logistics & Industrial Advisory der BNP Paribas Real Estate. Die durchschnittliche Dauer der Anmietungsprozesse habe sich über die letzten Monate sukzessive verlängert – auch weil viele Unternehmen in Hinblick auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten ihre Kosten sehr viel genauer im Blick hätten, wie Hafner erklärt. Die teuren Mieten tragen ihren Teil bei: „Entsprechend tendieren Nutzer momentan verstärkt dazu, sofern möglich, ihre Vertragsoptionen zu ziehen und auslaufende Mietverträge zu verlängern“, so Hafner.

CBRE stellt in seiner Quartalsbilanz aber auch einige positive Entwicklungen heraus. Im Vergleich zum letzten Quartal 2023 habe der Markt einen zehn-prozentigen Anstieg verzeichnet. Und auch in den Top-5-Märkten habe der Flächenumsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2023 leicht um vier Prozent zugelegt.

Leerstand bleibt gering

Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland, verweist auf den Aufwärtstrend bei größeren Flächeneinheiten. Das anteilig größte Flächensegment waren demnach Einheiten von 20.000 bis 50.000 Quadratmeter – hier legte der Flächenumsatz gar um 27 Prozent auf 387.000 Quadratmeter zu. Auch das Segment von 50.000 bis 100.000 Quadratmetern wuchs um knapp 14 Prozent auf 303.000 Quadratmeter. „Dies zeigt, dass Unternehmen strategische Standortentscheidungen unabhängig von der aktuellen Konjunkturlage treffen, die zu signifikanten Großabschlüssen führen“, so Koepke.

Auch die Leerstände seien noch immer gering. „Gerade in den begehrten Märkten gibt es weiterhin kaum ein verfügbares Angebot“, erklärt Koepke. Er blickt denn auch verhalten positiv auf den weiteren Jahresverlauf: „Es zeichnet sich eine Stabilisierung am Markt ab. Positive Signale geben die absehbaren Hochbaustarts diverser Eigennutzungen, nicht zuletzt im Produktionssegment. Und auch der Lagerabbau – als Reaktion auf den vorherigen Lageraufbau infolge der Lieferkettenprobleme – scheint mittlerweile zu einem Ende gekommen zu sein“, so Koepke.

Verhaltener Ausblick

Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial von BNP Paribas Real Estate, gibt sich nur vorsichtig optimistisch. „Auch wenn es gute Argumente für eine zeitnahe Erholung auf dem Logistikmarkt gibt, bleibt vorerst abzuwarten, wie schnell sich dies in steigenden Flächenumsätzen bemerkbar macht. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass konjunkturelle Schwankungen, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung, erst mit gewisser Verzögerung in den Zahlen sichtbar werden.“ Da die ersten drei Monate hinsichtlich des Flächenumsatzes aber auch traditionell die schwächsten des Jahres seien, rechnet Raabe aber bereits für das zweite Quartal mit einer leichten Steigerung. „Dass zum Ende des Jahres ein Ergebnis im langjährigen Schnitt - rund sieben Millionen Quadratmeter - zu Buche steht, ist jedoch unwahrscheinlich“, meint Raabe. Die Zielmarke werde eher im Bereich von fünf Millionen Quadratmeter liegen.

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