Ute Hammer_Dorothee Bär
847px 413px

Ute Hammer und Dorothee Bär präsentieren die neuen Autobahnplakate der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“

©Sebastian Gabriel

Jeder Unfalltod betrifft 113 Menschen

Für die Kampagne "Runter vom Gas" wurden neue Autobahnplakate präsentiert – und Zahlen dazu, wie viele Menschen vom Tod eines Verkehrsteilnehmers betroffen sind.

Berlin/München. Kommt ein Mensch im Straßenverkehr zu Tode, so sind davon im Durchschnitt 113 Personen unmittelbar betroffen. Diese Daten haben Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), und Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), diese Woche anlässlich der Präsentation der neuen Motive für die Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ bekannt gegeben.

Familie, Freunde und Rettungskräfte leiden

Wenn ein Mensch bei einem Verkehrsunfall stirbt, sind demnach durchschnittlich 11 Familienangehörige, 4 enge Freunde, 56 Freunde und Bekannte nachhaltig betroffen sowie 42 Einsatzkräfte wie Rettungssanitäter, Feuerwehrkräfte oder Polizisten mit diesem schweren Schicksal konfrontiert.

Diese Durchschnittswerte wurden im Auftrag der Kampagne „Runter vom Gas“ auf Basis einer repräsentativen Erhebung durch infratest dimap, Kantar Public und das Sozioökonomische Panel (SOEP) sowie über Angaben der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPOL) und des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV) ermittelt. Damit wurden erstmals quantitative Daten zu den Auswirkungen eines tödlichen Verkehrsunfalls im persönlichen und beruflichen Umfeld erhoben.

700 Plakatflächen an den Autobahnen

Umso wichtiger sei es, auf die Gefahren im Straßenverkehr und die möglichen Folgen aufmerksam zu machen. „Wir möchten mit der Kampagne ‚Runter vom Gas’ alle Verkehrsteilnehmer aufrütteln und die dramatischen Ausmaße eines tödlichen Verkehrsunfalls aufzeigen“, erklärte Dorothee Bär. „Denn jeder Verkehrstod zerbricht mehr als ein Leben.“ Die neue Kampagne gebe erstmals jenen Menschen eine Stimme, die mit den Auswirkungen dieser Schicksalsschläge jeden Tag leben müssen.

Die neuen Plakate der gemeinsamen Verkehrssicherheitskampagne von BMVI und DVR sind ab Mitte Mai auf über 700 Plakatflächen entlang deutscher Autobahnen zu sehen. Inhaltlich steht bei den drei neuen Motiven das Ausmaß des Leids durch Verkehrsunfälle mit Todesfolge im Mittelpunkt. Zu sehen sind daher Nahaufnahmen trauernder Menschen.

Viele Unfälle sind vermeidbar

„Die Appelle ,Runter vom Gas‘, ,Finger vom Handy‘ und ,Abstand halten‘ der neuen Plakatserie sensibilisieren für drei der häufigsten Unfallursachen“, erläutert Ute Hammer. „Unangepasste Geschwindigkeit ist seit Jahren Unfallursache Nummer eins bei Unfällen mit Todesfolge.“ Diese Unfälle seien durch verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr ebenso vermeidbar wie Ablenkungsunfälle durch Smartphones bzw. Infotainment am Steuer.

Auf der Website www.runtervomgas.de und über Social-Media-Kanäle wird die Kampagne mit fünf emotionalen Videoreportagen über tatsächlich Betroffene aus dem privaten und beruflichen Umfeld ergänzt. (jt)

1000px 588px

Verkehrssicherheit im Lkw-Verkehr, Behörde – Bundesverkehrsministerium

  • 12.09.2017

    Alfred Fuhr

    Gut ist an dem #fingervomhandy nur, dass man den Erfolg auf den sozialen Medien und auch die Zielgruppenreaktion z.b. auf Twitter inzwischen sehr gut messen kann. Seit dem Start ueberschaubare, leicht zu zaehlende aber immerhin dann doch schon 29!!! Tweets. Tweets, meist von denen, die an der Kampagne beteiligt sind. Zur Selbstbeweihräucherung und als dienst nach Vorschrift ach und natürlich von und mit ein paar jungen meist billigen Musik Stars, die sogar unentgeltlich dafür werben. Was noch? Ach ja, ein Selfie der GF des DVR mit Staatssekretäring Frau Bär. Tja. Das wars. Oh, fast vergssen, ein Tweet eines erwachsenen Menschen, der sich für Fotografie also das Motiv begeistert und retweetet hat. Kurzum. Jetzt schon ein voller Erfolg. Sehen wir noch genauer hin: Mit "Runter vom Gas" und "Finger vom Handy" und #Abstandhalten sind es ja auch auch gleich drei Botschaften auf einmal auf einem Plakat. Günstig. Effizient. Handwerklich sind drei Botschaften gerade an der Grenze des Darstellbaren, aber ob damit die Menschen draußen im Land, die an den Plakaten auf der Autobahn vorbeirasen, vielleicht nicht doch etwas überfordert sind? Was beim Überraschungsei als Produkt in der Kommunikation und einem Werbespot gerade noch geht, und was jede Feld Wald und Wiesen Seifenwerbungsagentur kann, kann bei der Verkehrssicherheit schnell daneben gehen. Heute Messbar daneben, seit Jahren davor schon wirkungslos, against all odds, aber wen juckt das? Wenn ein Plakatständer an der Autobahn steht, dann muss da auch eine Botschaft drauf, wenn da so viele dran vorbeifahren, ja dann erst Recht. Das man damit selber eine Ablenkung generiert, die Zielgruppe also im besten Fall, das Motiv so geil finden sollte, dass sie es per Handy während der Fahrt gleich mal aufnimmt und an die Freundin weiter schickt, sich damit selbst und andere in Gefahr bringt, wer kann das ahnen?