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Italien hat das umstrittene Abfallverfolgungssystem SISTRI abgeschafft (Symbolbild)

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Italien schafft Abfallverfolgungssystem SISTRI ab

Weil es nicht richtig funktioniert hat und der Aufwand für die betroffenen Transportunternehmen zu hoch gewesen ist, hat der italienische Ministerrat jetzt das Aus für das SISTRI-System beschlossen.

Rom. Das umstrittene italienische Abfallverfolgungssystem Sistema di controllo della tracciabilità dei rifiuti (SISTRI) ist abgeschafft worden. Das hat der Ministerrat in Rom beschlossen. Zur lückenlosen Ladungsverfolgung sollten alle Lkw, die für den Abfalltransport eingesetzt wurden, auf eigene Kosten mit einem spezifischen Telesystem ausgestattet werden. Auch wer als Ausländer in Italien gefährliche Abfälle transportieren oder aus Italien exportieren wollte, musste sich bei SISTRI registrieren.

Der Frachtverband Conftrasporto fordert von der italienischen Regierung nun die Schaffung eines Fonds, aus dem den Transportunternehmen die zu Unrecht auferlegten Kosten zurückerstattet werden sollen. Sollte die Regierung nicht darauf eingehen und Desinteresse am Vorschlag zeigen, werde es Aktionen und Initiativen zur Interessenvertretung der Geschädigten geben, so die Drohung. Die Kosten für die Anpassung an die Anforderungen von SISTRI beliefen sich, so Conftrasporto weiter, pro Lkw auf etwa 1000 Euro – die nun erforderlichen Demontage-Arbeiten nicht mitgerechnet.

Die Umsetzung des Abfallerfassungssystems SISTRI war nie wirklich gelungen. Mehrfach war die eigentliche Einführung aufgeschoben und es modifiziert worden. Jetzt steht das endgültige Aus fest. Um Abfälle nachverfolgen zu können, soll nun ein neues System her. Dabei wollen die italienischen Transportverbände mitreden. Bei SISTRI seien die Entscheidungsträger Regierungsmitarbeiter gewesen, die vom Transportwesen und unternehmerfreundlichen Lösungen keine Ahnung hätten. (nja/ag)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special ITALIEN.

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