Radu Dinescu

IRU-Präsident Radu Dinescu fordert einen ungehinderten Warenverkehr im EU-Binnenmarkt trotz Corona-Krise

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IRU pocht auf offene Grenzen für Lkw

Der Weltdachverband der Straßentransportwirtschaft fordert, dass alle EU-Staaten schnell Sonderfahrspuren für den Güterverkehr einrichten und die Grenzkontrollen beschleunigen.

Genf/Brüssel. Die Internationale Road Transport Union (IRU) hat die EU-Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, in der aktuellen Corona-Krise Grenzkontrollen für Lkw zu beenden, um einen möglichst ungestörten Warenfluss durch Europa zu ermöglichen. Einen entsprechenden Aufruf formulierte IRU-Präsident Radu Dinescu in einem Brief, den er an die Verkehrsminister aller EU-Mitgliedstaaten schickte. Die „Grünen Fahrstreifen“ („Green Lanes“), die die EU-Kommission am 23. März für eine freie Fahrt von Lkw an Grenzübergängen empfohlen hatte, müssten jetzt endlich auch eingerichtet werden.

Denn bislang sei diese Empfehlung nur unzureichend umgesetzt worden. Immer noch würden Lkw zum Teil stundenlang an Grenzübergängen auch innerhalb des Schengen-Raums in Staus stehen, bemängelt der IRU-Präsident in seinem Brief.

Lkw-Kontrollen sollen im Landesinneren stattfinden

„Neu eingeführte Grenzkontrollen im Schengen-Raum sollten nicht dazu führen, dass der Güterfluss nachhaltig behindert wird und die Bürger in Europa auf Lebensmittel, Wasser und medizinisches Material unnötig lange warten müssen“, zitiert die irische Fachzeitschrift „Fleet Transport“ aus dem IRU-Schreiben. Jeden Tag käme es immer noch zu kilometerlangen Staus und vielen Wartestunden an den Grenzen. „Das ist nicht zu akzeptieren“, schreibt Dinescu.

Die „Grünen Fahrstreifen“ mit freier Fahrt für Lkw müssten deshalb unverzüglich überall Realität werden. „Systematische Kontrollen von Lkw an den Grenzen müssen beendet werden“, fordert Dinescu. Kontrollen sollten, wenn überhaupt nötig, so oft wie möglich ins Landesinnere verschoben werden. Eine Unterscheidung zwischen Lkw, die Lebensmittel, medizinische Geräte oder andere Güter transportieren, sollte dabei nicht stattfinden.

Grenzkontrollen dauern für Lkw-Fahrer zu lange

Außerdem sollte der administrative Aufwand für die Lkw-Fahrer bei Kontrollen so gering wie möglich gehalten werden. Die IRU hält nichts davon, aufgrund der aktuellen Corona-Krise neue Zertifikate von Lkw-Fahrern zu verlangen. „Eine Vielzahl von verschiedenen nationalen Papieren wird die Sicherheit nicht erhöhen, sondern eher dazu führen, dass die Fahrer unnötig lange aufgehalten werden“, heißt es in dem IRU-Brief. (kw)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special ARBEITSSICHERHEIT LAGER & UMSCHLAG.

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