Stephan Kühn

Grünen-Verkehrspolitiker Stephan Kühn plädiert unter anderem dafür, den grenzüberschreitenden Güterverkehr krisenfester zu machen

©Sebastian Kahnert/dpa/picture-alliance

Grüne verlangen EU-Fahrplan für Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor

Während der EU-Ratspräsidentschaft soll sich Deutschland nach Ansicht der Partei für eine europäische Verkehrswende stark machen. Die Grünen liefern außerdem weitere Verbesserungsvorschläge für den Güterverkehr.

Berlin. Die Grünen fordern einen europaweiten Fahrplan für einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. Außerdem wollen sie ein europäisches Nachtzugnetz bis 2030 mit allen EU-Hauptstädten sowie weiteren Großstädten und Ballungsräumen. Das geht aus einem Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Der Bundestag solle die Bundesregierung auffordern, sich während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab Juli für eine europäische Verkehrswende einzusetzen, heißt es in dem Antrag. Der Verkehrsbereich verursache in der Europäischen Union aktuell über ein Viertel der Treibhausgasemissionen und sei der einzige Sektor, der mehr klimaschädliche Gase emittiere als im Referenzjahr 1990.

Partei will bessere Sozialstandards im Güterverkehr

„Die EU-Kommission muss mit ihrem Recovery-Plan den Grundstein dafür legen, dass die deutsche Ratspräsidentschaft eine Verkehrswende in ganz Europa einläuten kann“, sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Stephan Kühn der dpa. Die EU-Kommission will am Mittwoch einen Wiederaufbauplan in der Corona-Krise vorlegen.

Im Antrag heißt es, es sei Ziel der Europäischen Union, nicht allein Vorreiter beim Klimaschutz zu bleiben, sondern auch Marktführerin bei zukunftsfähigen Antriebstechnologien zu werden. Die Grünen setzen sich auch dafür ein, Sozialstandards im europäischen Güterverkehr deutlich zu verbessern, indem insbesondere die Sozialstandards der Berufskraftfahrer angehoben werden - mit europaweit einheitlichen Kontrollstandards.

Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft müsse die Bundesregierung außerdem den grenzüberschreitenden Güterverkehr krisenfester machen, so Kühn. (dpa/sn)

 

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special KÜHN, STEPHAN.

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Kühn, Stephan, Grüne Logistik & Umweltschutz, CO2 und Luftschadstoffe in Transport & Logistik, Lkw-Fahrer & Berufskraftfahrer, Bündnis 90/Die Grünen, Behörde – EU-Kommission

  • 27.05.2020

    Thorsten Garske

    Der Verbrennungsmotor wird noch lange notwendig und sinnvoll sein. Den "Grünen" geht es eher um eine generelle ideologisch bedingte Autofeindlichkeit. Allerdings ist der Individualverkehr - vor allem für die Menschen auf dem Land - eine der größten historischen Errungenschaften im Sinne der Individualfreiheit des Menschen. Die Vorteile überwiegen bei Weitem die Nachteile, auch in der Gewissheit, dass weitere Pandemien kommen werden und der ÖNVP ein Infektions-Spreader ist!
    Mit dem Ausstieg aus dem Verbrenner beraubt man sich der technischen Möglichkeit, synthetische CO2-neutrale Kraftstoffe industriell wirtschaftlich zu machen. "Grün" heißt leider schon lange Einschränkung statt Inovation auch im geistig-kreativen Sinne!

  • 26.05.2020

    Uwe Plachetka

    Vor 50 Jahren gab es bereits ein gutes Schienenetzt der Bundesbahn. Täglicher Express-Verkehr zwischne den Städten. Aber auch diese Sendungen mussten anschliessend per Klein-LKW an die Kunden verbracht werden. Nach ein paar Jahren wurden diese Verkehre eingestellt. In den 2000 wurde nach und nach die Container-Verkehre (Wuppertal-Langerfeld) nicht mehr in den Linien-Verkehr eingebunden. Folge waren wieder mehr LKWs auf den Autobahnen. Im Bundestag wurde verlengt, dass mehr Güter auf die Schiene gebracht werden sollen - aber die Bahn baute immer mehr ab.
    Und hier noch ein Teil-Bericht aus einer alten Zeitschrift bezüglich der GRÜNEN
    Geht es nach den Grünen, sind Verbrenner-Motoren erstens von gestern und zweitens des Teufels. Was liegt also näher, als auf die Zukunftstechnik Elektroauto umzurüsten. Das dachte sich auch Johannes Remmel, als er sich für einen Dienstwagen Tesla S entschied. Remmel war damals grüner Umweltminister in Nordrhein-Westfalen.
    Motto: Wasser predigen und Wein trinken

    Zwei Dinge sind an diesem Beispiel lehrreich. Da ist zum einen der bedenkenlose Umgang mit Steuergeldern. Offenbar wurde der Wagen blind gekauft. Sowohl die ungenügende Praxis-Reichweite, wie auch die unbequeme Rückbank hätte man an einem Probe- oder Miet-Wochenende entdecken können. Zudem sind die Grünen eine Partei, die der Bevölkerung gern weitreichende Einschränkungen wegen des Klimaschutzes zumuten will. Der eigene Minister findet jedoch den luxuriösesten Elektrowagen der Welt unzumutbar.


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