Delivery Hero

Delivery Hero hat sich dank des Verkaufs seines Deutschlandgeschäfts an den niederländischen Rivalen Takeaway.com in Plus gerettet

©Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/picture-alliance

Delivery Hero 2019 mit Gewinn dank Verkauf des Deutschlandgeschäfts

Der Essenslieferdienst hat 2019 in seinem eigentlichen Geschäft einen Verlust 689,9 Millionen Euro verzeichnet und im ersten Quartal 2020 fast doppelt so viele Bestellungen wie sonst.

Berlin. Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat im Jahr 2019 nur dank des Verkaufs seines Deutschlandgeschäfts einen Gewinn eingefahren. Im fortgeführten Geschäft betrug der Verlust 689,9 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 277,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie der im MDax notierte Konzern am Dienstag in Berlin in seinem Geschäftsbericht mitteilte. Weil der Konzern zum 1. April 2019 sein Deutschlandgeschäft (Foodora, Lieferheld, Pizza.de) an den niederländischen Rivalen Takeaway.com (Lieferando) verkauft hatte und damit einen Gewinn von 930,1 Millionen Euro einstrich, stand unter dem Strich für das abgelaufene Jahr 2019 ein Gewinn von 230,2 Millionen Euro nach einem Verlust von 42,2 Millionen Euro im Vorjahr.

Doppelt so viele Bestellungen im ersten Quartal

Im von der Corona-Krise geprägten ersten Quartal zog der Umsatz mit einem Plus von fast 93 Prozent auf 515 Millionen Euro an. Die Anzahl der Bestellungen verdoppelte sich ebenso beinahe: Mit 2,4 Milliarden Euro stand beim bestellten Bruttowarenwert ein Anstieg von rund 58 Prozent zu Buche.

Die Prognose behält das Unternehmen bei, Delivery Hero will einen Jahresumsatz von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro erzielen, das wäre ein Plus von rund 70 Prozent zum Vorjahr. Dabei dürften aber weiter rote Zahlen anfallen, die Marge des operativen Ergebnisses (bereinigtes Ebitda) soll nach wie vor zwischen minus 14 und minus 18 Prozent vom Umsatz liegen. Darin sind bereits Kosten von 50 Millionen Euro für die Coronavirus-Krise enthalten, die im Nahen Osten und Nordafrika anfallen dürften.

Unternehmen setzt auf neue Geschäftsfelder

Delivery Hero will künftig stärker von Lieferungen anderer Waren profitieren. Beim sogenannten Quick Commerce mit schnellen Lieferungen aus angebundenen Geschäften will Delivery Hero Vorreiter sein, wie Vorstandschef Niklas Östberg am Dienstag in einer Telefonkonferenz sagte. Neben Lebensmitteln könnten auch zum Beispiel Medikamente über die eigene Plattform schneller zum Kunden gebracht werden.

Mit Quick Commerce meint Delivery Hero Lieferungen innerhalb von einer Stunde. Im Nahen Osten, Asien und Amerika betreibe das Unternehmen bisher schon mehr als 100 lokale Lagerhäuser und erreiche teils Lieferzeiten von unter 20 Minuten. Die schnell wachsende Kategorie biete eine größere Auswahl zu jeder Tageszeit und sei vor allem für Einpersonenhaushalte geeignet. Die schnelle Lieferung führe zu einer hohen Kundenzufriedenheit und -bindung. (dpa/ag)

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