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Um die angepeilten Ziele zu erreichen, will die Bahn in den kommenden vier Jahren geringere Gewinne in Kauf nehmen

©Fabrizio Bensch/dpa/picture-alliance

Brief an Scheuer: DB-Chef Lutz sieht Bahn auf gutem Weg

Richard Lutz reagierte damit auf die Forderung Scheuers, Maßnahmen vorzuweisen, wie die Probleme bei der Bahn künftig gelöst werden können. Sorgenkind bleibt weiterhin DB Cargo.

Berlin. Zugverspätungen, Engpässe im Netz, marode Strecken, Kritik am Service: Bei der Deutschen Bahn gibt es viele Probleme. Bahnchef Richard Lutz sieht den bundeseigenen Konzern bei den angestrebten Verbesserungen auf einem guten Weg - auch wenn das Unternehmen bei langfristigen Zielen noch eine „weite Reise“ vor sich habe.

Das schreibt Lutz in einem Brief an Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag. Die Züge seien pünktlicher geworden, außerdem werde die Bahn 2019 mehr Personal einstellen als geplant. Der Fahrplan soll ausgeweitet werden. Auf wichtigen Strecken sollen mehr Züge verkehren. Um Ziele zu erreichen, will die Bahn in der Zeit zwischen 2020 bis 2023 geringere Gewinne in Kauf nehmen. Ein Sorgenkind bleibt dem Brief zufolge die kriselnde Gütersparte.

Gütersparte: Weitere Ergebnisverschlechterung erwartet

Dazu schrieb Lutz, die Bahn wolle DB Cargo „stabilisieren“ und auf mehr Verkehr ausrichten. So seien mehr Mitarbeiter, eine bessere Qualität und Investitionen geplant. „Zur Wahrheit“ gehöre allerdings, dass bei DB Cargo eine weitere Ergebnisverschlechterung abzusehen sei.

Scheuer hatte Lutz im Oktober in einem Brief aufgefordert, es seien weitreichende Veränderungen bei der Deutschen Bahn AG notwendig. Ein „Weiter so“ dürfe es nicht geben, der Konzern müsse seine Probleme schneller und effizienter lösen. Lutz solle bis zu diesem Donnerstag Maßnahmen unter anderem gegen Zugverspätungen und -ausfälle sowie Personalmangel vorweisen.

Einigkeit bei DB und Regierung: Nicht weitermachen wie bisher

Am Donnerstag tagt der Haushaltsausschuss des Bundestags zum Etat 2020 und entscheidet auch über zusätzliche Milliarden des Bundes zur Sanierung des zum Teil maroden Schienennetzes. Zu einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses am Freitag wird auch Scheuer erwartet.

In dem Antwortbrief schreibt Lutz nun, es bestehe Einigkeit darin, dass es ein „Weiter so“ nicht geben dürfe. Der Konzern habe mit einer „Agenda für eine bessere Bahn“ sowie einer neuen Strategie „Starke Schiene“ Konzepte vorgelegt und Umsetzungen auf den Weg gebracht. Es seien in fast allen Bereichen Fortschritte erzielt und Verbesserungen erreicht worden. Scheuer und Lutz haben sich über die Probleme und mögliche Lösungen bereits in mehreren Krisentreffen ausgetauscht. (dpa/sn)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special RAILCARGO & KV.

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