Binnenschiffer atmen auf - Grundwasser am Rhein bleibt aber niedrig

Rund 200 Schiffe pro Tag werden laut BDB in Höhe der Stadt Mainz gezählt (Symbolfoto)

©Ralf Hirschberger / dpa / dpa-Zentralbild / picture alliance

Binnenschifffahrt: Diskussionen um Liegemöglichkeiten in Mainz

Vertreter der Binnenschifffahrt betonen, dass die Branche auf stadtnahe Liegestellen in Mainz zwingend angewiesen ist.

Mainz. Anlässlich eines Vor-Ort-Termins in Mainz haben am Mittwoch, 4. September, der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB), die BDS-Abteilung Binnenschifffahrt und Vertreter der gewerblichen Güter- und Fahrgastschifffahrt die Bedeutung und Wichtigkeit der Wiederherstellung der Liegemöglichkeiten entlang der Südmole des Mainzer Zollhafens betont. Der BDB hatte bereits in den vergangenen Monaten immer wieder hervorgehoben, dass die Schifffahrt auf die Liegestellen in Mainz zwingend angewiesen ist.

BDB und BDS erklärten in diesem Zusammenhang:

  • Seit Jahren herrscht auf der gesamten Rheinschiene, insbesondere südlich von Köln, ein eklatanter Mangel an sicheren Liegemöglichkeiten für Binnenschiffe. Rund 200 Schiffe pro Tag werden in Höhe der Stadt Mainz gezählt. Die Binnenschifffahrt sei dank ihrer günstigen CO2-Bilanz ein unverzichtbarer Baustein in der Verkehrspolitik, um die Klimaziele Deutschlands einhalten zu können.
  • Die Schifffahrt und ihre Kunden sind zwingend auf sichere und den Bedürfnissen entsprechende Liegestellen angewiesen: Auch Binnenschiffer müssen Lenk- und Ruhezeiten einhalten, Personalwechsel durchführen oder Arzt- und Behördengänge erledigen. Hierfür sind innenstadtnahe Liegeplätze mit der Möglichkeit zum Landgang erforderlich.
  • Der Standort Mainz ist für die Binnenschifffahrt von herausragender fahrstrategischer Bedeutung, da sich bergwärts die Abmessungen der Fahrzeuge sowie die Besatzungsvorschriften ändern und talwärts die Gebirgsstrecke als schwierigster Streckenabschnitt des Rheins beginnt. Es werden folglich an dieser Stelle Vorkehrungen für die Weiterfahrt getroffen.
  • Bei allem Verständnis für die Sorgen der Bevölkerung, insbesondere der Anwohner in den neu geschaffenen Quartieren am Wasser: Die Wiedereinrichtung der Liegestellen sollte für niemanden eine Überraschung darstellen, sondern war von Beginn an Bestandteil der städtebaulichen Neukonzeption in Mainz.
  • Die Befürchtung der Anwohner, die liegenden Binnenschiffe würden durch ihre Abgase permanent die Luft verunreinigen, hält einer fachlichen Betrachtung nicht Stand. Eine erhebliche Anzahl an Schiffen ist inzwischen mit besonders sauberen und leisen Motoren und Abgasnachbehandlungsanlagen ausgestattet. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) plant darüber hinaus die Errichtung der Liegestellen nach heutigen Standards, was auch Anschlussmöglichkeiten für Landstrom einschließt.

Im Zuge der städtebaulichen Neukonzeption des ehemaligen Zollhafens und der folgenden Bauarbeiten sind die damals bereits vorhandenen Liegestellen vorübergehend abgebaut worden, was von Seiten der Schifffahrt unter der Bedingung akzeptiert wurde, dass nach der Neugestaltung an gleicher Stelle wieder modernisierte Liegestellen entstehen. Dies war von vornherein so vorgesehen. Interimsweise gestattete der Entwickler des Stadtquartiers der Schifffahrt, die Nordmole des Hafens zum Liegen zu nutzen. Diese Übergangslösung wird gemäß entsprechender Vereinbarungen laut BDB allerdings in Kürze entfallen. (tb)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special BINNENSCHIFFFAHRT & MULTIMODALE TRANSPORTE.

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