Weniger als 15 Prozent der weltweit befragten Flottenmanager geben an, dass sie den Kauf neuer Fahrzeuge aufgrund von zu erwartenden Preissenkungen verschoben haben oder einen solchen Anreiz für ihre Kaufentscheidung benötigen

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Bain-Analyse: Corona-Rezession bremst Lkw-Hersteller aus

Während der chinesische Markt bereits wieder deutlich wächst, erwarten die Berater in allen anderen Regionen im laufenden Jahr Absatzrückgänge von 30 Prozent und mehr.

München. Durch die Corona-Pandemie brechen die weltweiten Lkw-Verkäufe 2020 gegenüber der ursprünglichen Prognose sehr wahrscheinlich um 14 Prozent ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Branchenanalyse der internationalen Unternehmensberatung Bain & Company. Dafür wurden mehr als 500 große Lkw-Flottendienstleister in Deutschland, Italien, China und den USA sowie zahlreiche Industrieexperten befragt. Demnach leidet der US-Markt mit einem Minus von 32 Prozent ähnlich stark unter der Krise wie Europa mit minus 30 Prozent. Anders stellt sich die Situation in China dar. Dort beleben inzwischen staatliche Wirtschaftsförderungsprogramme vor allem das Baugeschäft. Nach Verlusten im Frühjahr wird der dortige Lkw-Markt deshalb 2020 voraussichtlich um drei Prozent zulegen gemessen an 2019 und sogar um 19 Prozent gegenüber der ursprünglichen Prognose für 2020. Die Erholung in anderen wichtigen Weltregionen wird indes langsamer verlaufen, so die Berater.

Bis 2022 wieder anziehender Bedarf in Europa

Allerdings wird sich das Wachstum in China in den kommenden Jahren deutlich verlangsamen. In Europa ist bis 2022 wieder mit einem spürbar wachsenden Bedarf zu rechnen. Dagegen dürfte in den USA die Zahl der verkauften Trucks erst um 2024 das Vorkrisenniveau übersteigen, was vor allem an den Überkapazitäten durch den Verkaufsboom der letzten beiden Jahre liegt. „Marktsättigung und die Folgen der Corona-Krise dürften im weltweiten Lkw-Markt über Jahre für geringere Absatzzahlen sorgen“, stellt Bain-Partner Marco Gerrits fest. Der Kampf um die Kunden werde die Profitabilität der Hersteller belasten. „Auch das Geschäft mit gebrauchten Lkw bleibt vorerst schwierig, gleiches gilt für Sale-and-Lease-Back-Verträge. Das alles wird auf absehbare Zeit die Unternehmensgewinne schmälern“, so Gerrits.

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Preisnachlässe ziehen nicht

Preisnachlässe der Hersteller werden den Absatz kurzfristig kaum ankurbeln. Weniger als 15 Prozent der weltweit befragten Flottenmanager geben an, dass sie den Kauf neuer Fahrzeuge aufgrund von zu erwartenden Preissenkungen verschoben haben oder einen solchen Anreiz für ihre Kaufentscheidung benötigen. Für die meisten Befragten ist vielmehr die anziehende Nachfrage in ihrer jeweiligen Branche ausschlaggebend. Insbesondere größere Flottenbetreiber werden schneller als Käufer zurückkehren als kleine und selbstständige.

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