Frankfurt/Main. Deutsche Arbeitnehmer dürfen im kommenden Jahr mit drei Prozent höheren Entgelten rechnen. Sie dürften damit im Schnitt weniger von Entgeltsteigerungen profitieren wie ihre europäischen Nachbarn. Dort sollen die Mitarbeiter im Schnitt 3,3 Prozent mehr am Monatsende haben . Das zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Hay Group. Für diese Untersuchung wurden weltweit Gehaltsprognosen von über 20.000 Unternehmen aus 69 Ländern ausgewertet.
„Die Gehälter in Westeuropa werden im kommenden Jahr moderat steigen“, sagt Thomas Gruhle, Vergütungsexperte und Mitglied der Geschäftsleitung von Hay Group. Grund dafür sei das unverändert niedrige Wachstum des Bruttoinlandproduktes. So liegt die prognostizierte Gehaltssteigerung von drei Prozent in Deutschland nur knapp über der erwarteten Inflationsrate. Auch in Großbritannien dürfen sich Mitarbeiter laut Studie über drei Prozent höhere Entgelte im kommenden Jahr freuen. Französische Beschäftigte können mit einer Gehaltssteigerung von 2,5 Prozent rechnen, in Italien soll es ein Vergütungsplus von 2,7 Prozent geben. Griechen und Iren werden aufgrund der ökonomischen Situation ihrer Länder mit einer Nullrunde rechnen müssen.
Deutliche Lohnzuwächse soll es dagegen im kommenden Jahr in der Ukraine (10 Prozent), der Türkei (8 Prozent) und Russland (9 Prozent) geben. 2013 wird ein gutes Jahr für die Emerging Markets auf der ganzen Welt“, sagt Gruhle. Grund: die Wirtschaft in diesen Ländern boomt. Zum Beispiel in den so genannten Bric-Staaten. Und dies schlägt sich auch auf die Gehälter nieder. So sollen die Löhne in Brasilien im kommenden Jahr um 5,5 Prozent, in Russland um 9 Prozent, in China um 9,5 Prozent und in Indien sogar um 10,5 Prozent steigen. (eh)