Logistikimmobilien Luftaufnahme

Der Flächenumsatz mit Logistikimmobilien ist Corona-bedingt im ersten Halbjahr um gut zehn Prozent gesunken

©Mayichao/iStock

Weniger Flächenumsatz bei Logistikimmobilien

Der deutsche Industrie- und Logistikimmobilienmarkt hat laut CBRE im ersten Halbjahr 2020 beim Flächenumsatz ein Minus von 10,7 Prozent verzeichnet. Von den Nutzergruppen spürten Handel und E-Commerce die Krise noch am wenigsten.

Frankfurt. Im ersten Halbjahr 2020 wurde am deutschen Industrie- und Logistikimmobilienmarkt ein Flächenumsatz von rund 2,95 Millionen Quadratmetern und damit einen Rückgang um 10,7 Prozent verzeichnet, meldet der Immobiliendienstleister CBRE. Diese Entwicklung ist demnach vor allem auf das erste Quartal 2020 zurückzuführen, dessen Anteil am Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2020 lediglich 45 Prozent betragen habe. Für sich genommen habe der Flächenumsatz des zweiten Quartals 2020 sogar sechs Prozent über dem laufenden Durchschnitt aller zweiten Quartale der vergangenen zehn Jahre gelegen, betont CBRE. Während der Flächenumsatz von Eigennutzern im Vorjahresvergleich um 18 Prozent nachgab, blieb der Flächenumsatz in Neubauten mit 2,05 Millionen Quadratmetern annähernd stabil.

„Tatsächlich hat sich die Corona-Pandemie nur sehr gering auf den Markt ausgewirkt. Weder gab es eine massive Flächennachfrage, noch hat die Krise zu einem Nachfrageeinbruch geführt. Damit unterscheidet sich die aktuelle Situation deutlich von jener der letzten Krise 2008 und 2009, als die Nachfrage spürbar nachließ“, lautet die Einschätzung von Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland.

Minus zwölf Prozent bei Logistikdienstleistern

Vor allem beim Vergleich der verschiedenen Nutzergruppen waren verschiedene Auswirkungen der Coronakrise festzustellen. Während der Flächenumsatz mit sechs Prozent im Handel am geringsten schrumpfte, ging er bei Logistikdienstleistern um zwölf und bei Unternehmen aus der Produktion um 19 Prozent zurück, heißt es in der Halbjahresanalyse. „Logistikdienstleister mit Handelskunden sind bisher meist gut durch die Krise gekommen – wer hingegen für die Industrie und speziell die Automobilbranche tätig ist, hat es in der Regel momentan schwerer“, erläutert Koepke.

Mieten stabil

Bei den Mieten hingegen gab es kaum Veränderungen. „Das Mietniveau ist stabil, da die Nachfrage nicht eingebrochen ist, es keine großen Leerstände gibt und der Flächenmangel weiterhin akut ist“, so Armin Herrenschneider, Co-Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland. Die durchschnittliche Spitzenmiete der Top-5-Märkte liegt demnach aktuell bei 6,29 Euro pro Quadratmeter und befindet sich damit auf dem gleichen Niveau wie im ersten Quartal 2020. Verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2019 ist dies ein Anstieg um 0,8 Prozent.

Ein deutlicher Trend zu kurzen Laufzeiten durch Corona hat sich laut CBRE übrigens nicht bestätigt. Zwar habe es vereinzelt entsprechende Anmietungen gegeben, marktprägend seien sie jedoch nicht. „Viele Vermieter setzen angesichts der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung eher wieder stärker auf langfristige Verträge“, so Koepke. Er geht denn auch von einem soliden Ergebnis für das Gesamtjahr aus. „Deutlich mehr als sechs Millionen Quadratmeter dürften auch dieses Jahr am Industrie- und Logistikimmobilienmarkt erreicht werden“, erwartet Koepke.

Mittelfristig steigende Nachfrage nach Lagerflächen

Mittelfristig gehen die CBRE-Experten sogar von einer steigenden Nachfrage nach Lagerflächen aus. „Treiber dieser Entwicklung werden die noch stärkere Neuausrichtung der globalen Lieferketten, diverse Re-/Near-Shoring-Strategien, die Einführung von Pufferlagern und der weiterwachsende Onlinehandel sein“ sagt Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland. (mh)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIK-IMMOBILIEN & LAGERHALLEN.

1000px 588px

Logistik-Immobilien & Lagerhallen


WEITERLESEN: