Verkehrssicherheit: Polizei kontrolliert Lkw-Abstand per Drohne

06.10.2026 17:11 Uhr | Lesezeit: 1 min
Verkehrssicherheit: Polizei kontrolliert Lkw-Abstand per Drohne
Die Polizei in Baden-Württemberg testet auf der A81 eine neue Methode zur Kontrolle des Sicherheitsabstands von Lastwagen. Eine Drohne überwacht den Verkehr aus der Luft und soll Verstöße gegen die Abstandsregeln leichter erkennbar machen
©Foto: picture alliance/dpa | Marijan Murat

Die Polizei in Baden-Württemberg setzt bei Abstandskontrollen von Lastwagen erstmals auf Drohnentechnik. Nach einer Testphase soll über einen möglichen landesweiten Einsatz entschieden werden.

Die Polizei in Baden-Württemberg erprobt eine neue Form der Verkehrsüberwachung. Im Fokus stehen Lkw, die den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand auf der Autobahn nicht einhalten. Mithilfe einer Drohne wird der Verkehr auf der A81 aus der Luft beobachtet, um Verstöße besser erkennen und dokumentieren zu können. Nach Abschluss der Pilotphase soll über eine Ausweitung des Verfahrens entschieden werden.

Pilotprojekt überwacht Lkw-Abstände auf der A81

Die Polizei in Baden-Württemberg könnte künftig mit Hilfe von Drohnen landesweit den Sicherheitsabstand von Lastwagen auf Autobahnen besser kontrollieren. Ein seit Mai laufendes Pilotprojekt an der A81 der Verkehrspolizeiinspektion Zimmern ob Rottweil soll zeigen, wie die Technik landesweit eingesetzt werden kann.

Drohne erkennt Verstöße aus der Luft

Bei den Kontrollen überwacht eine Drohne den Verkehr aus der Luft und erfasst dabei die Abstände der Lastwagen untereinander. Zu geringer Abstand gilt als häufige Ursache für schwere Auffahrunfälle. Die neue Methode soll den Beamten eine bessere Übersicht über das Verkehrsgeschehen ermöglichen.

Die neue Kontrollmethode funktioniert so, dass eine Drohne einen bestimmten Autobahnabschnitt aus der Luft beobachtet und dabei aufzeichnet, wie groß der Abstand von Lastwagen zum vorausfahrenden Fahrzeug ist. Wird mit der Drohne ein Verstoß festgestellt, eskortieren Polizeimotorräder den Lkw einem Polizeisprecher zufolge zu einer Kontrollstelle, wo der Fahrer über den Verstoß informiert wird und auch der Lkw auf Mängel kontrolliert wird.

Landesweiter Einsatz wird geprüft

Die Methode ist im Südwesten neu, wird aber bereits in anderen Bundesländern getestet. Das Projekt ist nach Angaben der Polizei in Baden-Württemberg einmalig, in Deutschland wurde es etwa in Sachsen-Anhalt schon erprobt.

Nach Abschluss der Pilotphase soll geprüft werden, ob das Verfahren bei allen Verkehrspolizeiinspektionen im Südwesten eingesetzt werden kann.

Das Polizeipräsidium Konstanz hat bisher schon gute Erfahrungen mit der neuen Technik gemacht. Seit Anfang Mai habe man bereits sechs Kontrollen durchgeführt, bei denen mehr als 100 Verstöße festgestellt worden seien, erklärte ein Sprecher.

Drohnen sollen Verkehrssicherheit auf Autobahnen erhöhen

Für die Landesregierung hat das Projekt jedoch nicht nur verkehrspolitische Bedeutung. Für Innenminister Manuel Hagel (CDU) ist das Pilotprojekt auch strategisch wichtig. Man setze derzeit alles daran, Projekte wie dieses an den Start zu bringen. „Wir in Baden-Württemberg haben das klare Ziel, beim Thema Drohnen die Nase vorn zu haben. Baden-Württemberg muss Drohnen-Leitregion werden“, sagte Hagel.

Drohnen könnten nicht nur zum Schutz und zur Abwehr fremder Gefahren zum Einsatz kommen, sondern auch für innovative Projekte, die der Polizei das Leben leichter machen könnten. „Gerade dort, wo das Unfallrisiko besonders hoch ist und andere Abstandskontrollen schwierig sind, können Drohnen die Verkehrssicherheit ganz entscheidend erhöhen“, sagte Hagel.

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