Bayernhafen steigert Verkehrsleistung und baut Infrastruktur aus

26.02.2026 08:59 Uhr | Lesezeit: 3 min
Bayernhafen Regensburg von oben
Erweiterte Umschlagkapazitäten im Bayernhafen-Netz stärken Schiff, Bahn und multimodale Logistikprozesse. (Bild: Bayernhafen Regensburg)
© Foto: Bayernhafen/Michael Ziegler

Bayernhafen meldet für 2025 ein Plus im Schiffs- und Bahnverkehr und treibt die Entwicklung neuer Logistikflächen voran. Mit Investitionen in Infrastruktur und einem erweiterten Standortnetz stärkt der Verbund die multimodale Transportkette.

Die sechs bayernhafen-Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau verzeichneten im Jahr 2025 einen kombinierten Güterumschlag von 8,37 Millionen Tonnen über Schiff und Bahn. Damit liegt das Ergebnis 2,5 Prozent über dem Vorjahreswert.

Laut einer aktuellen Auswertung bestätigen die Häfen zudem ihre Funktion als bedeutende regionale Arbeitgeber: Rund 400 ansässige Unternehmen bieten inzwischen fast 16.000 Arbeitsplätze.

Durch die verstärkte Nutzung der Schiene und der Wasserstraße konnten im vergangenen Jahr etwa 487.000 Lkw‑Fahrten auf längeren Strecken ersetzt werden. Der Schiffsumschlag legte um sechs Prozent auf 2,19 Millionen Tonnen zu, während der Bahnverkehr um 1,4 Prozent auf 6,19 Millionen Tonnen wuchs. Im Kombinierten Verkehr (KV) wurden 478.680 TEU umgeschlagen – ein leichter Anstieg um ein Prozent.

KV-Terminal Nürnberg wächst weiter

Mit der laufenden Erweiterung des trimodalen KV‑Terminals in Nürnberg stärkt Bayernhafen den Kombinierten Verkehr, wie das Unternehmen mitteilt. Anfang 2026 startete während des laufenden Betriebs der Aufbau von drei neuen Krananlagen im ersten Modul. TriCon Container‑Terminal Nürnberg erhöht damit die Kranleistung um etwa 20 Prozent. Das Projekt erhält Unterstützung durch das Bundesverkehrsministerium.

Neuer Logistik- und Industriepark in Deggendorf

Im Oktober 2025 erwarb Bayernhafen ein 52 Hektar großes Gelände einer ehemaligen Papierfabrik im Landkreis Deggendorf, um dort einen neuen Logistik- und Industriepark zu entwickeln: den „Bayernhafen InfraPark Plattling Stephansposching“. Der Standort ist der erste des Verbundes ohne direkte Wasserstraßenanbindung.

Geschäftsführer von Bayernhafen Joachim Zimmermann
© Foto: Christian Lietzmann

„Seit Bayernhafen vor 100 Jahren gegründet wurde, war der Bahnverkehr immer wichtig. Der neue Standort ist durch den Gleisanschluss und die Verladeinfrastruktur ideal geeignet, mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen“, erklärt Bayernhafen‑Geschäftsführer Joachim Zimmermann.

Durch die Konversion des Areals entstehen großflächige Ansiedlungsflächen ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.

Regionale Bedeutung als Arbeits- und Wirtschaftsstandort

Zum 100‑jährigen Bestehen der Unternehmensgruppe zeigt eine neue Erhebung, dass die Bayernhafen‑Standorte ihre wirtschaftliche Bedeutung in den vergangenen Jahren deutlich ausbauen konnten. Seit 2016 sei die Zahl der Beschäftigten vor Ort um 22,7 Prozent gestiegen.

Auch für den Maschinen- und Anlagenbau spielen die Hafenstandorte eine wichtige Rolle: Siemens Energy nutzt Nürnberg für den Verschiffungstransport von Transformatoren, während Linde Engineering großformatige Anlagen aus Tacherting über den Hafen Passau weltweit verschickt.

Auswirkungen auf den KV und Blick auf die Infrastruktur

Die Einstellung der Trailer‑Zugverbindungen zwischen Regensburg und Ungarn Ende 2025 wird sich künftig in den KV‑Zahlen niederschlagen. Joachim Zimmermann betont: „Um die großen Trailer-Volumen im kontinentalen Verkehr nachhaltig auf die Schiene zu bekommen, wünschen wir uns auch von Verladerseite einen längeren Atem.“

Für den Seehafenhinterlandverkehr zeige sich hingegen, dass Kontinuität zum Erfolg führe. Nach Abschluss der Generalsanierungen der Bahnstrecken Regensburg–Nürnberg und Regensburg–Passau erwartet Bayernhafen ein leistungsfähigeres und zuverlässigeres Schienennetz. Während der Bauzeit rechnet der Verbund jedoch zusammen mit seinen Kunden mit Einschränkungen durch Vollsperrungen und Umleitungsverkehre.

Appell für ein integriertes Verkehrskonzept

Zimmermann mahnt, aus früheren infrastrukturellen Defiziten zu lernen: „Aus den Fehlern der Vergangenheit sollte unbedingt gelernt werden. Damit es nicht auch bei den Wasserstraßen als klimafreundlicher Verkehrsträger zu einem nicht zu bewältigenden Sanierungsstau kommt, ist eine vernünftige, vorausschauende Finanzierung dieser erforderlich. Statt einer Inselbetrachtung braucht es ein ganzheitliches, verkehrsträgerübergreifendes Verkehrskonzept.“

Er verweist auf die Rolle der Häfen als Schnittstellen zwischen Straße, Schiene und Wasserstraße und damit als zentrale Elemente für effiziente und nachhaltige Transportketten.

Ausblick und Veranstaltungen

Bayernhafen plant 2026 Investitionen von rund 57 Millionen Euro in Infrastruktur und Logistikflächen – darunter auch mehrjährige Projekte.

Am 13. September 2026 findet im Hafen Passau ein großes Hafenfest statt, zu dem Bayernhafen gemeinsam mit Partnern Einblicke in logistische Abläufe bieten möchte.


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