München. Der Internationale Währungsfond (IWF) hat seine Prognose für die Weltwirtschaft 2013 zurückgeschraubt. Der aktuellste Weltwirtschaftsbericht des IWF von April reduziert das erwartete Wachstum des globalen Bruttoinlandproduktes (Gross Domestic Product, GDP) auf 3,3 Prozent in diesem Jahr. Im Januar hatten die Wirtschaftsforscher noch 3,5 Prozent vorhergesagt. Das geringere Wachstum könnte nach Angaben von Alphaliner bedeutende Auswirkungen auf die globale Nachfrage nach Containertransporten haben. Denn die ursprüngliche Annahme, dass ein stabiler Multiplikatoreffekt zwischen der Zahl der abgewickelten Container und dem Wachstum des globalen GDP bestehe, habe sich in den vergangenen Jahren als falsch erwiesen.
Bis zum Jahr 2005 wuchs das Umschlagolumen in den Containerhäfen um das drei- oder vierfache des globalen GDP-Wachstums. Dieser GDP-Multiplikator sei seitdem auf den Faktor 2 gesunken, schreibt der Branchendienst Alphaliner. Im Jahr 2012 sank der Multiplikator sogar auf 1,5. Das globale Containeraufkommen nahm um geschätzte 4,6 Prozent zu, im Vergleich zu einem GDP-Wachstum von 3,2 Prozent.
Nach Schätzungen von Alphaliner wird das weltweite Containeraufkommen 2013 um fünf Prozent und 2014 um 5,5 Prozent zunehmen, während der GDP-Multiplikator auf niedrigem Niveau bleiben wird. Dahinter stehe eine strukturelle Verlagerung im weltweiten Containermarkt, vor allem durch die nachlassende Produktionsverlagerung nach Fernost, insbesondere nach China.
Langsameres Containerwachstum in den chinesischen Häfen sei der Hauptgrund für den veränderten Multiplikationseffekt. Zwischen 1990 und 2010 betrug das jährliche Umschlagwachstum in den chinesischen Häfen um die 25 Prozent. Letztes Jahr lag das Wachstum bei 8,2 Prozent, kurzfristig werde es sich bei sieben bis zehn Prozent einpendeln. (hst)