Zukunftspotenzial des Hamburger Hafens nicht aufs Spiel setzen

10.02.2009 13:45 Uhr
Arndt
Wirtschafträte von Hamburg und Niedersachsen plädieren für Elbverstiefung (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Wirtschaftsräte von Hamburg und Niedersachsen appellieren an Landesregierung Niedersachsens

Hamburg. Die CDU-FDP-Landesregierung in Hannover muss endlich den Weg für die Elbfahrrinnenanpassung frei machen. Das fordern die CDU-nahen „Wirtschaftsräte“ von Niedersachsen und Hamburg in einer gemeinsame Erklärung. Dass sich Hannover bei dem Ausbauvorhaben weiter querlegt, sei „eine kaum nachvollziehbare, in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage nahezu unverantwortliche Einlassung“, kritisieren die beiden Landesverbände, die Teil des Wirtschaftsrates Deutschland sind. Zudem sei derzeit gar nicht sicher, ob es eine Zustimmung aus Hannover gibt, so die Unternehmerverbände. Sie beziehen sich in ihrer Einschätzung auf die verschiedenen Aussagen aus der niedersächsischen Landeshauptstadt während der zurückliegenden Wochen und Monate. Die Elbvertiefung sei nicht nur eine Maßnahme, die für den Hamburger Hafen, als führenden deutschen Universalhafen, wichtig. Vielmehr komme sie der gesamten norddeutschen Region zugute. So verdankten schon heute 11.000 Menschen in Niedersachsen dem Hamburger Hafen ihren direkten, hafenabhängigen Arbeitsplatz, im Flächenland Niedersachsen seien weitere 11.500 Jobs vom Wohl und Wehe des Elbehafens abhängig. Andreas Mattner, Vorsitzender des Hamburger Landesverbands: „Der Hamburger Hafen ist damit nach Volkswagen der zweitwichtigste Arbeitgeber in Niedersachsen.“ Das dürfe der mit Abstand größte Koalitionspartner in der Hannoverschen Landesregierung „nicht aufs Spiel setzen“. Hamburg könne nur dann seine objektiv gegebenen Wachstumschancen nutzen – bis 2015 wird allein mit einem Anstieg des Umschlags auf rund 18 Millionen Standtcontainer (TEU) gerechnet (2008: rund 9,7 Millionen TEU) –, wenn die Fahrrinnenanpassung bis dahin erfolgreich abgeschlossen sei. „Die größer werdenden Schiffe müssen Hamburg auch in Zukunft gut erreichen und wieder verlassen können“, so Mattner. Anzunehmen, dass das für die Zukunft im seewärtigen Außenhandel Deutschlands erwartete, zusätzliche Güteraufkommen mit der Inbetriebnahme des neuen Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven aufgefangen werden könnte, sei ein Trugschluss. Denn der künftige Tiefwasserhafen werde lediglich mit einer Jahreskapazität von gut 2,7 Millionen TEU aufwarten können. Natürlich müsse bei der erneuten Elbvertiefung der Deichsicherheit höchste Beachtung geschenkt werden. Zudem müssten die Maßnahme „ökologisch verträglich“ sein. Mattner und seine Verbandskollegin Astrid Hamker sind jedoch davon überzeugt, „dass die Hamburger dies berücksichtigen“. Daher sei es „Zeit zu handeln“ und dem Beispiel des Elbe-Anrainers Schleswig-Holstein zu folgen, dass schon lange seine Zustimmung zu der Vertiefungsmaßnahme erklärt habe. (eha)

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