Wirtschaftsforscher sehen mehr Zuversicht

27.01.2009 15:18 Uhr
Nerb
IFO-Bereichsleiter Gernot Nerb (Bild: IFO)
© Foto: IFO

Die weltweiten Konjunkturpakete sorgen nach Einschätzung des Münchner IFO Instituts für einen leichten Stimmungsumschwung in der Wirtschaft

München. Die Konjunkturpakete in Deutschland und anderen Staaten sorgen nach Einschätzung des Münchner IFO Instituts für erste Impulse in Richtung einer Besserung der wirtschaftlichen Lage. „Es ist zu früh, von einer Trendwende zu sprechen, aber von einer Annäherung an die Talsohle“, sagte IFO-Bereichsleiter Gernot Nerb heute nach Veröffentlichung des aktuellen IFO-Geschäftsklimaindex für den Januar. Das Stimmungsbarometer war nach sieben Monaten des Abschwungs leicht von 82,7 Punkten im Vormonat auf 83,0 Punkte gestiegen. Trotz der leichten Besserung bleibe die Lage aber schwierig. „Wir bewegen uns immer noch auf dem Niveau von Anfang der 80er Jahre nach dem zweiten Ölpreisschock“, sagte Nerb. Insbesondere die Bauwirtschaft sei zuversichtlich, von den staatlichen Konjunkturpaketen profitieren zu können. Nerb weiter: „Außerdem gibt es die Hoffnung, dass der Konsum besser läuft. Das wird durch die Daten aus dem Einzelhandel bestätigt.“ Aber auch in der Automobilbranche seien die Aussichten auf steigende Verkaufszahlen nach den Absatzeinbrüchen der vergangenen Monate mit Einführung der Abwrackprämie von 2500 Euro je Altauto wieder gestiegen. „Da sind die Erwartungen auch nicht mehr so ungünstig wie vorher. Und so sieht man das auch generell, schließlich haben nicht nur Deutschland, sondern auch andere Länder Konjunkturpakete aufgelegt“, betonte der IFO-Experte. Dies berge auch Chancen für das Auslandsgeschäft der deutschen Unternehmen. „Da sollte auch für den deutschen Export etwas abfallen“, sagte Nerb. „Insgesamt wird der Export in diesem Jahr schwach laufen, aber nicht so schwach wie einige das befürchtet haben, wenn die Pakete erstmal greifen.“ Trotz der teils sehr hohen Neuverschuldung vieler Staaten seien die Konjunkturprogramme alternativlos, da die Krise der vergangenen Monate alles bisher Dagewesene in Schatten gestellt habe. „Die Konjunktur brach durch die Finanzkrise überall gleichzeitig ab. Deshalb hilft nur ein internationales, breit angelegtes Konjunkturprogramm.“ (dpa)

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