Hamburg. Mehrere tausend Mitarbeiter des Werftenverbundes Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) wollen am Freitag in Hamburg gegen eine Zerschlagung der Standorte im Norden demonstrieren. Sie kommen vor den Werkstoren von Blohm & Voss zu einer Kundgebung zusammen. Beschäftigte der Nordseewerke in Emden und der Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW) in Kiel wollen mit Bussen anreisen. Durch einen Verkauf von Unternehmensteilen befürchten die Werftarbeiter und Angestellten einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen. Am gleichen Tag soll der TKMS-Aufsichtsrat bei Blohm & Voss tagen.
„Eine reine militärische Ausrichtung von TKMS lehnen wir grundsätzlich ab“, teilte die IG Metall-Bezirksleiterin Jutta Blankau mit. Die Erfahrung vergangener Jahrzehnte habe gezeigt, dass der militärische Teil – der Bau von U-Booten (HDW) und Marineschiffen (Nordseewerke) – nicht permanent ausgelastet sei. Zwar seien die Arbeitnehmervertreter nicht gegen eine Neuausrichtung auf den Offshore-Bereich, wie in Emden geplant. „Der angekündigte Verkauf der Nordseewerke an den Windanlagenhersteller SIAG Schaaf und der HDW-Gaarden GmbH an die Bremerhavener Rönner-Gruppe werfen aber zahlreiche Fragen auf, die wir genau und in Ruhe prüfen müssen“, sagte Blankau. Sie warnte daher vor einem „Schnellschuss“. (dpa)