Leer. Das umstrittene Projekt eines Emskanals zwischen Papenburg und Leer kommt vorerst nicht voran. Der Kreistag in Leer vertagte am Freitagabend eine Entscheidung über die Beteiligung an einer Machbarkeitsstudie. Die Mehrheit von SPD und FDP setzte lediglich einen Beschluss durch, die Entscheidung für eine Machbarkeitsstudie vorzubereiten. Die Grünen lehnten eine Studie und das Kanalprojekt grundsätzlich ab. Sie forderten, die Verlegung der Meyer-Werft von Papenburg an die Küste zu prüfen. Die Umweltverbände WWF und BUND hatten den Kanal zum Jahresbeginn als Alternative zu den Flussvertiefungen für Schiffsüberführungen der Werft vorgeschlagen. Landrat Bernhard Bramlage (SPD) setzte sich vor den Kreistagsabgeordneten für eine Machbarkeitsstudie ein und bezeichnete das Projekt als Chance für die Emsregion. In der Vergangenheit hatte auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) den Kanal als mögliche Alternative gesehen. Kritiker befürchten dagegen massive Eingriffe in die Umwelt und einen breiten Industriegürtel entlang der rund 13 Kilometer langen Kanalstrecke. Stimmen aus allen Lagern sehen in dem Kanal zudem keine Lösung für das Schlickproblem: Die immer schneller fließende Ems transportiert zunehmend Schlick zu den Hafenzufahrten. Umzug der Meyer-Werft gefordert Das Kanalprojekt war von regionalen Umweltschützern in der Region heftig kritisiert worden. Nach wie vor fordern sie einen Umzug der Meyer Werft ans tiefe Wasser. Um auf der Ems große Kreuzfahrtschiffe von Papenburg nach Emden überführen zu können, war der Fluss in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder ausgebaut worden. Auch die Forderung der Werft, die zeitlichen Begrenzungen für das Aufstauen des Flusses im Sommer weiter zu flexibilisieren, stößt bei Naturschützern auf Ablehnung. Voraussichtlich im April wollen die Behörden entscheiden, ob das Emssperrwerk auch im Sommer für die nächste Schiffsüberführung der Meyer Werft länger als üblich geschlossen werden darf. (dpa)
Weiter Streit um Emskanal-Projekt
Das geplante Projekt kommt nicht voran. Neben politischen Unstimmigkeiten äußerten Umweltschützer heftige Kritik.