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Wegen Spritpreisen: Kartellamt nimmt Raffinerien unter die Lupe

Im März waren die Preise an den Zapfsäulen stark gestiegen (Symbolbild)
© Foto: Jörg Carstensen/ picture alliance/dpa

Die Behörde hat eine sogenannte Sektoruntersuchung eingeleitet, um die jüngsten Markt- und Preisentwicklungen zu untersuchen.


Datum:
12.04.2022
Autor:
Marie Christin Wiens / dpa
Lesezeit: 
1 min
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Bonn. Nach starken Preisschwankungen an den Tankstellen will das Bundeskartellamt Raffinerie-Betreibern und Großhändlern auf den Zahn fühlen. Wie die Bonner Behörde mitteilte, hat sie eine sogenannte Sektoruntersuchung eingeleitet. „Ziel ist es insbesondere, die Gründe für die jüngsten Markt- und Preisentwicklungen auszuleuchten“, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges waren im März die Preise für Rohöl und die Preise an den Zapfsäulen stark angestiegen. Als der Rohölpreis wieder fiel, sank der Verbraucherpreis aber nicht im gleichen Maße. Diese Marktverwerfungen riefen das Kartellamt auf den Plan.

Sektoruntersuchungen dienen dazu, ein bestimmtes Marktsegment unter die Lupe zu nehmen und dann mögliche Missstände zu benennen. Dies könnte den Gesetzgeber veranlassen zu handeln.

Reaktion von Verbänden

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie wies darauf hin, dass sich die Mineralölgesellschaften wegen des Ukraine-Krieges zur schnellen Reduzierung von Rohölimporten aus Russland entschlossen hätten. „Dadurch sind Benzin, Diesel und Heizöl knapper und teurer geworden“, sagte ein Sprecher des Verbandes, der die Interessen der Mineralölindustrie vertritt - also von Raffinerien und Tankstellen.

„Die Preise für Mineralölprodukte haben sich in dieser Situation vom Ölpreis abgekoppelt - in beiden Richtungen: Zuletzt waren die Benzinpreise gesunken, während der Ölpreis gestiegen war.“

Warum entwickelten sich die Verbraucherpreise nicht analog zum Rohölpreis? Der Verbandssprecher begründete dies unter anderem mit höheren Kosten für Gas und Strom, also die für den Raffinerieprozess nötige Energie. Öltransporte aus anderen Weltregionen seien zudem teurer als die vorher üblichen Transporte aus Russland.

Der ADAC begrüßte die Sektoruntersuchung des Kartellamts. „Wir brauchen mehr Transparenz und Informationen über die Prozesse, die dem Kraftstoffmarkt vorgelagert sind“, sagte ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand. „Auch Autofahrer können durch ihr Tankverhalten die Preise beeinflussen - je besser sie informiert sind und je preisbewusster sie tanken, umso größer ist die Chance für Preissenkungen.“

Jahresbericht der Markttransparenzstelle veröffentlicht

Das Kartellamt publizierte am Dienstag zudem den Jahresbericht seiner Markttransparenzstelle zu Kraftstoffen. Damit verfolgen die Wettbewerbshüter die Preisentwicklungen an Tankstellen.

Dem Bericht zufolge sind die Preisunterschiede weiterhin groß, so sind Tankstellen an Autobahnen meistens etwa 25 Cent teurer als an normalen Straßen. Eine weitere Erkenntnis: Morgens zu tanken ist deutlich teurer als abends. (mwi/dpa)

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