München/Hannover. Der Volkswagen-Konzern hat einen Pressebericht über einen möglichen Verkauf des Nutzfahrzeuggeschäfts in Brasilien an den Maschinenbau- und Lastwagenkonzern MAN zurückgewiesen. Dies stehe nicht zur Debatte, sagte ein VW-Sprecher am Samstag auf Anfrage. "Euro am Sonntag" berichtete in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person, MAN prüfe eine Übernahme. Dies könne sogar noch in diesem Jahr geschehen. Dem Bericht zufolge denkt MAN außerdem an den Bau eines eigenen Motorenwerkes in Brasilien. Ein Sprecher von MAN wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren. VW steht vor der Übernahme der Mehrheit beim schwedischen Lastwagenbauer Scania und ist auch mit fast 30 Prozent an MAN beteiligt. MAN wiederum hält 17 Prozent an Scania. Seit Monaten wird daher immer wieder über eine Zusammenführung des Lkw-Geschäfts von MAN, Scania und VW spekuliert. VW-Chef Martin Winterkorn habe erst kürzlich klargestellt, dass es weiter drei unabhängige Lastwagen- Marken geben werde, sagte der VW-Sprecher. "Von verschmelzen oder verkaufen kann überhaupt keine Rede sein." Winterkorn hatte am Freitag klargestellt, "keinen Handlungsbedarf" in Sachen einer möglichen LKW-Allianz zu sehen. Die Marken Scania und MAN sollten eigenständig bleiben. "Ich werde einen Teufel tun, zwei stolze Marken zu beschädigen." Dies wäre so, als wenn man VW und Audi zusammenlegen würde, fügte er hinzu. "Einen solchen Krampf mache ich nicht." Es könnten aber Synergien gesucht werden. Es gebe auch zwischen PKW- und LKW-Geschäft mögliche Synergien, zum Beispiel beim Leichtbau. Über mögliche Kooperationen solle im weiteren Jahresverlauf gesprochen werden. "Wir haben immer gesagt, wir werden das Thema im Herbst wieder diskutieren." VW hatte am Donnerstag angekündigt, in der kommenden Woche die angekündigte Mehrheitsübernahme bei Scania zu vollziehen. VW hatte sich Anfang März mit dem zweiten Scania-Großaktionär Wallenberg geeinigt, für 2,8 Milliarden Euro dessen 30-Prozent-Paket an Scania zu übernehmen. Der Anteil von VW steigt dadurch von 38,0 auf 68,6 Prozent der Stimmrechte. (dpa)
VW: Kein Verkauf des Nutzfahrzeuggeschäfts in Brasilien an MAN
Konzern dementiert Medienbericht: "Verkauf steht nicht zur Debatte"