Der wegen Ausbeutung osteuropäischer Fahrer in Luxemburg zu einer Gefängnisstrafe verurteilte österreichische Speditionsunternehmer Karl Kralowetz ist nach Deutschland ausgeliefert worden. Ein Sprecher des Luxemburger Justizministeriums bestätigte am Montag einen Radiobericht von RTL in Luxemburg, wonach der 45-Jährige der Staatsanwaltschaft München II zur Strafverfolgung überlassen wird. Kralowetz erwartet eine Anklage wegen illegalen Einschleusens von Ausländern in die EU. "Wir gehen von einem internationalen Firmengeflecht aus, das Ausländer mit gefälschten Dokumenten und ohne Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung in das EU-Gebiet einschleuste", sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Rüdiger Hödl in München. Außerdem werde wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Ein 45 Jahre alter Geschäftsführer der deutschen Speditions-Niederlassung in Bayern sitze bereits in Untersuchungshaft. Gegen 11 Beschuldigte, darunter Fahrer der Speditionen, werde ermittelt. Bis zehn Jahre Haft drohen den Verantwortlichen. In Luxemburg wurde Kralowetz zu sechs Monaten Gefängnis und einer Geldbuße von 9900 Euro verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er in seiner luxemburgischen Firma "United Cargo Lux" (UCL) mehrere hundert Fahrer zu Dumping-Löhnen beschäftigt und sie zu Verstößen gegen das Güterverkehrsgesetz angestiftet hatte. Gegen das Urteil hat Kralowetz Berufung eingelegt. (tw/dpa)
Verurteilter Spediteur nach Deutschland ausgeliefert
Kralowetz erwartet eine Anklage wegen illegalen Einschleusens von Ausländern in die EU