Berlin. Nach immer mehr schweren Unfällen mit Kleintransportern macht die deutsche Versicherungswirtschaft gegen „rasende Kleinlaster“ mobil: Sie fordert ein Tempolimit sowie gesetzliche Lenk- und Ruhezeiten. Von 1989 bis zum Jahr 2001 sind die Unfallzahlen mit Kleinlastern um mehr als 22 Prozent, auf Autobahnen sogar um 50 Prozent gestiegen, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)am Donnerstag in Berlin mit. Damit zählten Kleinlaster-Fahrer zu den Hauptverursachern von Unfällen. Im vergangenen Jahr registrierte die GDV allein 18.855 Kleintransporter-Unfälle in Deutschland, bei denen Menschen verletzt wurden. Zumeist fuhren die Kastenwagen nach GDV-Analysen viel zu schnell, waren schlecht bepackt oder überladen. Viele Fahrer saßen darüber hinaus übermüdet hinter dem Steuer. Bei einer repräsentativen GDV-Unfallstudie in Bayern gehörten die meisten Unfall-Transporter Handwerksbetrieben oder Kurierdiensten. Diese Branchen kämpfen stark mit Zeit- und Konkurrenzdruck. Allein bei den 840 analysierten Kleintransporter-Unfällen im Jahr 2001 in Bayern gab es 603 Schwerverletzte und 66 Tote. Im Unterschied zu Lkw dürfen Kleintransporter bis zu 3,5-Tonnen mit einem Pkw-Führerschein gefahren werde. Fahrtenschreiber sind nicht vorgeschrieben, Geschwindigkeiten bis zu 130 Stundenkilometer auf Autobahnen erlaubt. Automobilfirmen haben Kleinlaster laut GDV in den vergangenen Jahren technisch aufgerüstet - manche Modelle können nun bis zu 189 Stundenkilometern schnell fahren. Neben gesetzlichen Regelungen fordert die Versicherungswirtschaft auch von den Herstellern eine Tempobegrenzung auf 120 Stundenkilometer. (vr/dpa)
Versicherungen fordern Tempolimits für „rasende Kleinlaster“
Zu schnell, schlecht bepackt, überladen, mit übermüdeten Fahrern unterwegs