Mit der Forderung nach höheren Schmerzensgeldern hat am Donnerstag in Goslar der 39. Deutsche Verkehrsgerichtstag offiziell begonnen. Bei Körperverletzung müsse das Schmerzensgeld um 50 Prozent höher liegen, sagte der Präsident des Kongresses, Peter Macke, vor rund 1 500 Verkehrsexperten aus Politik, Wirtschaft und Justiz. Hauptthemen des Verkehrsgerichtstages sind in diesem Jahr die Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr und Fahrverbote für Kriminelle. Macke kritisierte in seiner Eröffnungsrede, dass für einen Totalschaden an einem Mittelklassewagen heute mehr gezahlt werde als für ein steifes Bein, das das ganze weitere Leben des Betroffenen beeinträchtige. "Beim materiellen Schaden sind wir perfekt", sagte der Präsident. "Mit den Kategorien von Leid und Schmerz dagegen tun wir uns schwer. Das macht unser Recht materialistisch und herzlos.» Macke regte zudem an, ein Schmerzensgeld für Hinterbliebene einzuführen, wenn durch Dritte ein Ehepartner, Kind oder Elternteil zu Tode gekommen ist. Dabei gehe es nicht um eine Abgeltung des ausgelöschten Lebens, sondern um "eine Geste vor der Trauer der Hinterbliebenen", sagte Macke, der Präsident des Brandenburgischen Oberlandesgerichtes ist. (vr/dpa)
Verkehrsgerichtstag: Höhere Schmerzensgelder gefordert
Präsident Macke: Totalschaden wird höher entschädigt als ein steifes Bein