US-Geschäft belastet Deutsche Post

24.01.2008 10:03 Uhr

Gewinnziel für 2007 insgesamt dennoch erreicht: DHL schafft in den USA auch 2008 keine Ertragswende

Bonn. Die Deutsche Post hat im Jahr 2007 ihr eigenes Gewinnziel erreicht, muss aber Schwächen in den USA verkraften. Im schwierigen US-Geschäft würden 600 Millionen Euro auf das Anlagevermögen abgeschrieben, teilte der Konzern am Mittwochabend in Bonn mit. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde bei etwa 3,7 Milliarden Euro vor Einmaleffekten liegen, nach knapp 3,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Zum Jahresüberschuss und weiteren Geschäftszahlen für 2007 machte das Unternehmen noch keine Angaben. Nach Angaben der Deutschen Post haben alle Konzernbereiche ihre Ziele in 2007 erreicht. „Alles in allem hat unser Geschäft auf operativer Ebene im vergangenen Jahr gute Fortschritte gemacht“, erklärte Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel. Im Jahr 2008 erwarte das Unternehmen - trotz der völligen Öffnung des nationalen Briefmarkts - einen Anstieg beim Ebit auf rund 4,2 Milliarden Euro. In den USA steckt die Deutsche Post mit dem Expressdienst ihrer Tochter DHL seit Jahren in roten Zahlen und die Verluste haben sich inzwischen auf weit über eine Milliarde Euro summiert. Das defizitäre US-Engagement hat auch bei Investoren zu Kritik geführt. Nach früheren Angaben der Post sind auch für 2008 und 2009 in den USA keine Gewinne zu erwarten. Der Konzern arbeite weiterhin an einer Lösung, um die Lage in den USA zu verbessern, teilte die Post mit. An einen Rückzug vom US-Markt werde nicht gedacht. Die Post prüfe derzeit „eine Reihe von Optionen, um die Ergebnislage zu verbessern“, sagte Finanzvorstand John Allan. „Dabei ist es für uns wichtig, eine starke Präsenz im US-Markt zu behalten, da dieser Markt von strategischer Bedeutung für den Konzern ist.“ Das im November 2007 vorgestellte neue Kapitalmarktprogramm zeige erste Erfolge, berichtete die Post. Der Konzern mache Fortschritte bei Immobilienverkäufen. Die Einnahmen aus bereits vereinbarten Immobilienverkäufen würden sich auf mehr als 350 Millionen Euro belaufen. Damit sei der Konzern seinem Ziel, in den nächsten zwei Jahren mindestens eine Milliarde Euro aus Immobilienverkäufen zu erwirtschaften, ein entscheidendes Stück näher gekommen. Für Teile ihrer weltweiten IT-Infrastruktur will sich die Post mit einem anderen Unternehmen zusammenschließen. Dadurch sollten auf lange Sicht mindestens eine Milliarde Euro eingespart werden. (dpa/sb)

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