Bonn. Die Deutsche Bahn und die Bundesregierung müssen nach Meinung von Umweltverbänden mehr gegen den Zuglärm entlang der Gleise unternehmen. Der Deutsche Naturschutzring (DNR) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bezeichneten Lärm heute als größtes Problem des Schienenverkehrs. DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen verlangte in Bonn, von Januar 2009 an solle die Bundesregierung lärmabhängige Trassenpreise vorschreiben und so die Schienensanierung und Umrüstung der Züge auf leise Techniken vorantreiben. Nach diesen Angaben sind 16 Millionen Bundesbürger von Zuglärm betroffen. Die Spitzenwerte von 108 Dezibel seien im Rheintal gemessen worden, was fast dem Start eines Flugzeuges entspreche. Alte Güterzüge seien bis zu viermal so laut wie moderne Personenzüge. Nach dem Lärmsanierungsprogramm des Bundes für Schienenwege aus dem Jahr 1999 müssen 3400 Kilometer Trasse saniert werden, rund zehn Prozent des gesamten Schienennetzes. Bisher wurden 600 Kilometer erneuert. Die komplette Lärmsanierung würde DNR und VCD zufolge bis zu 40 Jahre dauern, wenn der Bund wie bisher pro Jahr 50 bis 100 Millionen Euro dafür bereitstelle. (dpa)
Umweltschützer: Bahn muss mehr gegen Zuglärm unternehmen
Deutscher Naturschutzring und Verkehrsclub Deutschland fordern lärmabhängige Trassenpreise