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Umweltbundesamt fordert elf Milliarden Euro für deutsches Schienennetz

UBA-Präsident Jochen Flasbarth will den Umweltschutz durch ein besseres Schienennetz vorantreiben
© Foto: ddp / Philipp Guelland

Studie: Neu- und Ausbaubedarf auf insgesamt 725 Streckenkilometern, um die Verkehrsleistung des Schienengüterverkehrs deutlich erhöhen zu können


Datum:
13.08.2010
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Dessau-Roßlau. Rund elf Milliarden Euro sind nötig, um das Schienennetz in Deutschland innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte so auszubauen, dass darauf die doppelte Gütermenge transportiert werden kann. Das zeigt eine Studie von KCW, die im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellt wurde. Die Messlatte hierfür müsse die Eignung eines Schienenprojekts sein, deutliche Kapazitätszugewinne an den prognostizierten Engpassstellen des deutschen Schienennetzes zu schaffen. 

Ein zügiger und konsequenter Richtungswechsel der Schieneninfrastrukturpolitik zugunsten des Schienengüterverkehrs ist laut UBA-Präsident Jochen Flasbarth aus Umweltschutzsicht deshalb dringend erforderlich. Nur so könne – neben der betrieblichen Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Netzes – die bisherige Leistungsgrenze der Schienenwege erheblich erhöht werden. Künftig sollten deshalb Investitionsentscheidungen streng an Verkehrskriterien auf Basis einer Schwachstellen- und Engpassanalyse ausgerichtet werden, heißt es aus dem UBA.

Erhöhung der Verkehrsleistung auf 213 Milliarden Tonnenkilometer

Die Studie ermittelt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Verkehrsleistung des Schienengüterverkehrs bis zum Jahr 2025 auf 213 Milliarden Tonnenkilometer zu erhöhen. Diese Zielsetzung entspricht Berechnungen des Umweltbundesamtes. Die Gutachter identifizierten einen Neu- und Ausbaubedarf auf insgesamt 725 Streckenkilometern; 817 Streckenkilometer müssten elektrifiziert werden. Hinzu kommt eine Vielzahl kleinerer Maßnahmen wie der Bau von Überholgleisen und Verbindungskurven. Die vorgeschlagene Ausbaukonzeption sei mit elf Milliarden Euro vergleichsweise günstig.

UBA-Präsident Jochen Flasbarth erklärt: "Wir haben die Studie aus eigener Initiative in Auftrag gegeben, und beispielsweise nicht zusammen mit dem Bundesumweltministerium. Wir wollten generell untersuchen lassen, ob die Vorschläge des UBA für einen umweltverträglichen Güterverkehr mit der bestehenden Schieneninfrastruktur in Einklang stehen oder ob Engpässe zu befürchten sind".

Schienengüterverkehr hat Stärke bewiesen

In den Jahren vor der globalen Wirtschaftskrise habe der Schienengüterverkehr bereits seine Stärken bewiesen: So stieg seine Verkehrsleistung stetig an: 2003 von 85 Milliarden Tonnenkilometer – das entspricht 15,7 Prozent der Güterverkehrsleistung aller Verkehrsträger – auf 116 Milliarden Tonnenkilometer (17,3 Prozent) im Jahr 2008. Die Bahnen erholen sich derzeit von den krisenbedingten Einbrüchen und sind auf dem Wege, wieder auf dem vormaligen Wachstumspfad zurückzuschwenken. (ab)

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