Hamburg. Die Gewerkschaft Verdi hat die neutrale Haltung der Bundesregierung im Übernahmepoker um die TUI-Tochter Hapag-Lloyd scharf kritisiert. „Bundeswirtschaftsminister Michael Glos überlässt die Hamburger Arbeitsplätze dem freien Spiel der Großaktionäre und internationalen Anleger“, sagte Verdi-Landeschef Wolfgang Rose am Donnerstag in Hamburg. Glos (CSU) hatte am Mittwoch erklärt, ein möglicher Verkauf an NOL aus Singapur berühre kein öffentliches Interesse: „Hapag-Lloyd kann kaufen, wer immer es kaufen will.“ Rose warf Glos eine „schlaffe Haltung“ und „neoliberales Gebrumme“ vor. „Wer sich da als Minister heraushält, ist ein politischer Hasardeur.“ Glos stellte mit seinen unmissverständlich Äußerungen klar, dass die am Mittwoch vom Kabinett beschlossene Änderung des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG), die eine Beschränkung des Einflusses ausländischer Investoren möglich macht, bei Hapag-Lloyd nicht zum Tragen kommen wird. Damit steht weiterhin die Übernahme durch die Reederei Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur zur Debatte, hinter der Singapurs Staatsholding Temasek steht. In Hamburg beschäftigt Hapag-Lloyd rund 2000 Mitarbeiter. (dpa/szs)
Übernahmepoker bei Hapag-Lloyd: Kritik von Verdi
Die neutrale Haltung von Bundeswirtschaftsminister Glos wegen des möglichen Verkaufs an NOL aus Singapur stößt auf Ablehnung bei der Gewerkschaft