Schuld am massiven Schwund des Grundkapitals seien die verlustreichen Systemintegrationsaktivitäten in Brasilien, England und Spanien. Diese seien jetzt geschlossen worden. Dadurch fielen Abschreibungen auf Beteiligungen und Darlehen für die in- und ausländischen Tochtergesellschaften, vor allem für Heyde Espana, an.
Heyde wolle sich jetzt auf das Deutschlandgeschäft in den Bereichen Supply Chain und Financial Services konzentrieren. Um die wohl letzte Chance zur Restrukturierung zu nutzen, hat sich das Unternehmen Hilfe von der Unternehmensberatung Droege & Comp. ins Haus geholt. Diese solle im "Sinnes eines Management auf Zeit aktiv in den operativen Umbauprozess" involviert werden. Das Restrukturierungsprogramm sei mit den Banken abgestimmt. Diese würden daher weiter zu Heyde stehen und hätten die Kreditlinie erweitert.
Dieser Umbau mache eine erneute Anpassung der Kapazität in der Infrastruktur und in den internen Servicebereichen erforderlich. Um weitere Kosten zu sparen will das Unternehmen den Neuen Markt in Richtung geregelter Markt verlassen. Die Deutsche Börse hatte das Unternehmen zuvor schon mit Wirkung zum 18. März aus dem Auswahlindex Nemax 50 ausgeschlossen. Dennoch bleibt Heyde optimistisch: Man behalte sich vor, bei Rückkehr zu profitablem Wachstum erneut einen Antrag auf Zulassung zum Neuen Markt zu stellen.
Gleichzeitig lässt Heyde aber auch wissen, dass man offen für Kontakte zu potenziellen strategischen Partnern sei und diesbezüglich schon erste Gespräche führe.