Berlin/Leipzig. Die schwarz-rote Bundesregierung will nach einem Bericht in der heutigen Ausgabe der „Leipziger Volkszeitung“ an Bahn-Chef Hartmut Mehdorn trotz seines eigenwilligen Führungsstils festhalten. Das Blatt beruft sich dabei auf ein nicht genanntes Regierungsmitglied. Es wird mit den Worten zitiert: „Ein angestrebter zeitlich ehrgeiziger Börsengang des Unternehmens lässt sich nur verwirklichen, wenn Mehdorn als Vorstandsvorsitzender am Ball bleibt.“ Der Leipziger SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Fornahl sagte der Zeitung jedoch: „Herr Mehdorn hat als Vorstandsvorsitzender nur noch einen Fehlschuss frei“» Darüber seien sich die Parlamentarier „quer durch die Parteien“ einig. Das Verhalten des Vorsitzenden gegenüber den Vertretern des Anteilseigners Bund sei bisweilen „menschlich wenig kompatibel“. Fornahl forderte „Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und die Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat auf, Herrn Mehdorn klare Grenzen bei seinem eigenwilligen Führungsstil aufzuzeigen“. Der SPD-Politiker befürchte, dass sich die Bahn zwar in der Logistikbranche zum Global Player entwickle, aber dabei den Infrastrukturauftrag im eigenen Land vernachlässige. Mehdorn war im Zusammenhang mit der Diskussion über den angestrebten Börsengang der Bahn mehrfach mit den Abgeordneten des Bundestags-Verkehrsausschusses zusammengeraten. Letzter Stein des Anstoßes war die späte Information der Bundesregierung über das Hamburger Logistik-Engagement durch geplanten Beteiligungserwerb und möglichen Umzug des Konzernsitzes in die Elbestadt. (dpa/tbu)
Trotz Kritik soll Mehdorn Bahnchef bleiben
Einem Zeitungsbericht zufolge will die Bundesregierung vorerst an dem Bahn-Chef festhalten