Steigerungen ja, aber nicht höher als drei Prozent: Das erwartet über die Hälfte der Verlader, die der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik BME jetzt zu ihrer Meinung über die Entwicklung der Transportpreise befragt hat. Noch einen Schritt kürzer tritt Holger Hildebrandt: Auf dem Einkäufersymposium in Berlin verkündete der BME-Hauptgeschäftsführer vor wenigen Tagen, es werde im Schnitt eine Preiserhöhung um lediglich ein Prozent geben. Nun ist es das gute Recht der verladenden Wirtschaft, tiefzustapeln, wenn es um die Frachtkosten geht. Bemerkenswert dabei ist allerdings, dass die meisten der vom BME Befragten zwar generell mit Preiserhöhungen rechnen, ihre Firma aber weniger davon betroffen sehen. Nanu? Nimmt hier etwa die Erwartungshaltung eine Anleihe beim Sankt-Florians-Prinzip („Verschon mein Haus, zünd andre an“)? Falsch, tönt es aus dem Lager der Verlader. Viele Unternehmen hätten einfach langfristige Vereinbarungen mit ihren Dienstleistern, so dass Preissteigerungen dort bislang noch kein Thema waren. Und damit das auch weiterhin so bleibe, wolle man künftig – in der Rangfolge der Nennungen bei der Umfrage – den Frachteinkauf weiter zentralisieren, Datenbanken und Benchmarkingsysteme aufbauen, die Anzahl der Dienstleister reduzieren sowie nach Möglichkeit auf alternative Transportmittel umsteigen. Doch trotz aller persönlichen Einschätzungen und geplanten Aktivitäten: Drei Viertel der befragten Verlader rechnen damit, dass die Transportkosten europaweit langfristig steigen werden. Und daraus kann man eine Handlungsanweisung für Dienstleister unmittelbar ablesen: Nutzen Sie die Gelegenheit für neue Verhandlungen mit Ihren Auftraggebern – es ist Zeit für Gespräche! Rudolf Gebhardt stellv. Chefredakteur
Transportpreise: Zeit für Gespräche
Der Kommentar der Woche von Rudolf Gebhardt, stellvertretender Chefredakteur