Die Finanzierung des 800 Milliarden Mark teuren Transeuropäischen Verkehrsnetzes (Ten) wird zum Kardinalproblem. Das verdeutlichte EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio in Straßburg auf einer Konferenz der Europäischen Investitionsbank (EIB) zu den Ten -Perspektiven. Hinzu komme ein Finanzbedarf von 180 Milliarden Mark für das Osteuropa-Netz. Das erfordere starke private Investoren, erklärte die Kommissarin. Die EU habe bis 2006 ein Ten-Budget von 18 Milliarden Euro reserviert. Zudem würde aus dem EU-Beitrittsfonds "Ispa" jährlich eine Milliarde Mark in Verkehrsprojekte der Bewerberländer fließen. Die Mehrzahl der 14 Ten-Hauptprojekte würde vor 2007 fertig, bilanzierte de Palacio. Während die Öresundverbindung in Betrieb sei, verzögere sich die Lyon-Turin-Schiene bis 2015. Indessen drohe der Verkehrsinfarkt, denn 7000 km EU-Straßen seien bereits überlastet. Der Gütertransport aber dürfte in den nächsten zehn Jahren um 40 Prozent steigen. Der Ausweg heiße Ten plus Frachtumverteilung. In diesem Sinne einigten sich jetzt auch Parlament und Ministerrat der EU, etwa hundert EU-Binnenhäfen in das TEN-System aufzunehmen, womit sie EU-Fördermittel bekommen. Diese Häfen mit einem jährlichen Güterumschlag von mindestens 500.000 Tonnen sind wichtige Stationen für den Kombiverkehr. (vr/dw)
Transeuropäisches Verkehrsnetz in Finanznot
Die meisten der 14 Ten-Großprojekte sollen bis 2007 fertiggestellt sein