Wenig Verständnis zeigt der Tiroler Landeshauptmann Wendelin Weingartner (ÖVP) für Umweg-Transitfahrten infolge der Sperre des Gotthard-Tunnels. Sollte die durchschnittliche Zahl der Fahrten über den Brenner um mehr als zehn Prozent ansteigen, werde er eine drastische Verschärfung der Lkw-Kontrollen anordnen. So will er dafür sorgen, dass Transitfahrten auf dieser Ausweichroute "nicht so leicht möglich sind". Außerdem fordert Weingartner eine deutliche Anhebung der Mautgebühr. Sein Argument: "Die Fahrt über den Gotthard ist um 70 Mark teurer als über den Brenner." Deshalb müsse die Schweiz auch nur die Hälfte jenes Transitaufkommens bewältigen, das eigentlich auf dieses Land entfallen würde. Während über die Gotthard-Route 7,6 Millionen Tonnen Güter rollen, bewältigt der Brenner 25,9 Millionen Tonnen jährlich. Die erzielten Mehreinnahmen sollten für den Bahnbau verwendet werden. Außerdem ist Weingartner mit EU-Kommissar Franz Fischler einer Meinung, dass die EU 20 Prozent zum Bau einer Bahn-Alpentransversale mit dem Brenner-Basistunnel beitragen müsse. Auch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) schlug in diesen Tagen harte Töne zur Transitpolitik an. Wenn die derzeitige Transitregelung nicht über das Jahr 2003 hinaus verlängert wird, könne Österreich einem Abschluss der Verkehrsverhandlungen mit den EU-Beitrittskandidaten nicht zustimmen. (vr/rv)
Tirol bremst bei Umwegtransit
Bundeskanzler Schüssel fordert Verlängerung der Transitregelung