Berlin. Der scheidende Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) befürchtet nach der Regierungsübernahme durch Union und FDP eine Aufteilung der Deutschen Bahn. Die SPD und er hätten sich für den Erhalt des bundeseigenen Unternehmens als Ganzes und den Verbleib des Schienennetzes beim Bund eingesetzt. "Die Gefahr, dass jetzt alles anders kommt, dass der Konzern aufgespalten wird und der Betrieb auf der Schiene zum Teil oder sogar zu 100 Prozent privatisiert wird, ist natürlich riesig", sagte Tiefensee der Zeitschrift "Super Illu". Er bekräftigte seine Position gegen eine Privatisierung der Bahn in den kommenden vier Jahren. Die SPD hatte im vergangenen Jahr einer Teilprivatisierung der Bahn-Tochtergesellschaft für den Personen- und Güterverkehr zugestimmt. Der geplante Börsengang, mit dem knapp ein Viertel der Anteile an private Investoren gehen sollten, scheiterte jedoch im Oktober 2008 an den Turbulenzen der Finanzkrise. Nach der Bundestagswahl am 27. September kündigten Verkehrsexperten von CDU, CSU und FDP einen neuen Anlauf für eine Teilprivatisierung an. Details und ein Zeitplan sind aber noch offen. Bahnchef Rüdiger Grube will den bestehenden Konzernverbund bewahren. Forderungen vor allem aus der FDP nach einer Trennung des Schienennetzes vom Fahrbetrieb lehnte er vor wenigen Tagen ab. Einen Börsengang erwartet Grube nicht vor dem Jahr 2013. (dpa)
Tiefensee befürchtet Aufspaltung der Bahn
"Riesige Gefahr, dass zu 100 Prozent privatisiert wird" / Position gegen Privatisierung bekräftigt