München. "Liebe Edeka-Kunden! Heute in unserer Apotheken-Ecke: Viagra im Sonderangebot. Die Schachtel à zwölf Pillen nur …“ Klingen so oder so ähnlich demnächst die Durchsagen im Supermarkt? Unwahrscheinlich ist es nicht. Denn der Handel mit Arzneimitteln steht in Deutschland vor einer Revolution. Sie begann am 13. März: An diesem Tag entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass Drogeriemärkte Medikamente verkaufen dürfen. Geklagt hatte die Kette DM: Das Unternehmen testet schon seit 2004 im Rheinland ein neues Vertriebskonzept für Medikamente. Dabei geben die Kunden ihre Rezepte in der Filiale ab und können hier nach zwei bis drei Tagen ihre Medikamente abholen. Das Fullfilment organisiert eine externe Versandapotheke. Die Stadt Düsseldorf hatte diese Art des Arzneivertriebs untersagt, die Leipziger Richter kippten jetzt das Verbot. Urteil gibt den Startschuss: "Jetzt laufen alle los" Dieser Grundsatzentscheidung haben viele entgegengefiebert. „Das war der Startschuss – jetzt laufen alle los“, bestätigt Ulrich Zander, Geschäftsführer von Sempora Consulting, Bad Homburg, einer Strategieberatung, die den Apothekenmarkt beobachtet. Wie schnell der Einzelhandel seine neuen Möglichkeiten entdeckt, zeigen die Schlagzeilen der letzten Wochen: Rossmann, Ihr Platz, Schlecker – die DM-Konkurrenten sind mit ähnlichen Versanddienstleistungen an den Start gegangen, Schlecker hat sogar eine Pharma-Großhandelslizenz erworben, um sich direkt bei den Medikamentenherstellern eindecken zu können. Und das Pharmafieber schwappt auf andere Branchen über: Der Lebensmittelhändler Rewe denkt offen über einen Einstieg in das Geschäft mit Pillen nach, die Deutsche Post steckt mit einem Pilotprojekt schon mittendrin. Mehr darüber, wie sich Pharmadistribution und Medikamentenmarkt in Deutschland nach dem Grundsatz-Urteil ändern könnten, lesen Sie in der aktuellen Mai-Ausgabe (05/08) des Fach- und Wirtschaftsmagazins LOGISTIK inside. Heft online bestellen – hier klicken: http://www.logistik-inside.de/sixcms/detail.php?template=de_heftuebersicht_li Telefonische Bestellung unter: 0180 / 500 92 91 (bundesweit nur 0,14 Euro pro Minute aus dem dt. Festnetz/Mobilfunk abweichend).
Thema der Woche: "Viagra im Sonderangebot" - neue Konkurrenz für Apotheken
Drogeriemarktketten, Supermärkte und die Post wollen im hochlukrativen Handel mit Medikamenten mitmischen und den traditionellen Apotheken Marktanteile abjagen.