Das Konsortium ETC um die Deutsche Telekom, DaimlerChrysler und den französischen Autobahnbetreiber Cofiroute hat das Rennen um die Errichtung des neuen Lkw-Mautsystems vorläufig für sich entschieden. Das Bundesverkehrsministerium wählte die Unternehmensgruppe zu Wochenbeginn zum "bevorzugten Anbieter", dem nach erfolgreichen Verhandlungen Ende des Monats der Zuschlag erteilt werden soll. Das zweite Konsortium Ages, an dem auch der britische Mobilfunkkonzern Vodafone sowie Aral und Shell beteiligt sind, sei aber noch nicht aus dem Rennen, sagte Ministeriumssprecher Felix Stenschke. Beide Anbieter hätten gleichwertige Angebote angeben, ausschlaggebend sei schließlich der Preis gewesen. Ages hatte sich 2001 wieder in den Bieterwettbewerb eingeklagt, nachdem das Ministerium es ursprünglich aus formalen Gründen vom Auftragsvergabeverfahren ausgeschlossen hatte. Der juristische Streit hatte zu einer deutlichen Verzögerung geführt. Der milliardenschwere Auftrag dürfte ETC jährlich rund 600 Millionen Euro einbringen und voraussichtlich zwölf Jahre laufen. Die streckenbezogene Maut soll ab Mitte 2003 erhoben werden. Der genaue Zeitpunkt hänge noch von vielen Unwägbarkeiten ab, betonte Stenschke. So müsse auch verhandelt werden, welchen Termin sich das Konsortium zutraue. Neben der elektronischen Mauterfassung ist generell der Verkauf von Berechtigungsscheinen über Tankstellen, Automaten und Internet vorgesehen. (vr/jök)
Telekom und Daimler Favorit beim Mautauftrag
Bei gleichwertigen Angeboten war der Preis entscheidend