Tarifvertrag: PIN verhandelt mit Verdi

26.01.2007 17:14 Uhr
brieftraeger
Verhandlungen begonnen: Tarifvertrag für 7000 Briefträger bei PIN (ddp)
© Foto: ddp

Studie bestätigt Vorwurf der Niedriglöhne: Gewerkschaft will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen im privaten Briefsektor

Berlin. Der private Briefdienstleister PIN Group AG nimmt Verhandlungen über einen Tarifvertrag für die bundesweit rund 7000 Beschäftigten auf. Das teilte die Gewerkschaft Verdi heute in Berlin mit. Beide Seiten wollten an diesem Montag eine entsprechende Erklärung unterzeichnen. Darin stimmten PIN und Verdi überein „dass zur Sicherstellung eines chancengleichen und funktionsfähigen Wettbewerbs im Postsektor die Arbeitsbedingungen nach einheitlichen sozialen Mindestanforderungen gestaltet sein müssen“. Nach einer aktuellen Studie im Auftrag der Gewerkschaft, sind Niedriglöhne im privaten Briefsektor verbreitet. Bisher gibt es für den Konkurrenten der Deutschen Post keinen Tarifvertrag. Bei den knapp 1000 Anbietern von privaten Briefdienstleistungen in Deutschland sind nach einer neuen Studie sogenannte Armutslöhne besonders verbreitet. Der durchschnittliche Stundenlohn für die rund 35.000 Beschäftigten in der Branche liege bei 7 Euro im Westen und bei 5,90 Euro im Osten, hieß es in der heute in Berlin vorgestellten Untersuchung des Stuttgarter Unternehmens Input Consulting für die Gewerkschaft Verdi. In Einzelfällen würden sogar Grundlöhne von lediglich vier Euro pro Stunde bezahlt. Mit Brutto-Monatseinkommen von 1169 Euro im Westen und 985 Euro im Osten lägen die Entgelte für diese Beschäftigten etwa um die Hälfte unter denen der Einstiegstarife für die Zusteller der Deutschen Post AG. Bei jedem zehnten Zusteller im Westen und bei etwa jedem siebten im Osten sei das Einkommen sogar so niedrig, dass Anspruch auf staatliche Zusatzleistungen bestehe. Die PIN Group steht wegen der schlechten Bezahlung ihrer Mitarbeiter in der Kritik. Sie ist ein gemeinsames Unternehmen der Verlage Axel Springer, WAZ Mediengruppe, Georg von Holtzbrinck sowie der Luxemburger Beteiligungsgesellschaft Rosalia. (dpa/sb)

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