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Tarifrunde: Gewerkschaften lehnen Bahn-Angebot ab

14.01.2009 14:48 Uhr
Tarifrunde: Gewerkschaften lehnen Bahn-Angebot ab
Die Deutsche Bahn ist in eine neue Tarifrunde gestartet (Bild: ddp)
© Foto: Bollig

Gespräche wurden nach der ersten Runde in Berlin auf den 22. Januar in Frankfurt/Main vertagt / Bis dahin keine Streiks geplant

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Berlin/Bonn. Die Gewerkschaften haben ein erstes Tarifangebot der Deutschen Bahn als unzureichend zurückgewiesen. Jeweils ein Prozent Einkommenserhöhung für rund 150.000 Beschäftigte in den kommenden beiden Jahren sei "eine Farce", sagte der Vorsitzende der größten Bahngewerkschaft Transnet, Alexander Kirchner, am Mittwoch. Die Gespräche wurden nach der ersten Runde in Berlin auf den 22. Januar in Frankfurt/Main vertagt. Bis dahin wird es nach Aussage Kirchners keine Streiks geben. Nach Worten von Bahn-Personalvorstand Norbert Hansen sieht das Angebot außer einem Inflationsausgleich bis zu fünf Sonderzahlungen von jeweils 200 Euro vor. Diese seien jedoch abhängig vom Geschäftserfolg der einzelnen Konzernsparten wie etwa Güter- oder Personenfernverkehr. Das Volumen des Angebots liege bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren zwischen 2,7 und 3 Prozent mehr Einkommen. Dabei gebe es kaum noch Spielraum, sagte Hansen. Die Auswirkungen der Konjunkturschwäche seien nicht absehbar, deshalb müsse die Bahn ihre Personalkosten vorsichtig kalkulieren. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA fordern zehn Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verlangt für ihre Kollegen 6,5 Prozent höhere Einkommen. Außerdem sollen die Dienstzeiten für die Beschäftigten besser planbar und Nacht- und Wochenendschichten begrenzt werden. Hansen sagte zu, über familienfreundlichere Arbeitszeiten verhandeln zu wollen. Neue Regeln bei der Arbeitszeit sollen ein Schwerpunkt der Tarifrunde werden. Bahnchef Hartmut Mehdorn appellierte an die Vernunft der Gewerkschaften. Im vierten Quartal 2008 habe die Bahn wegen der Auftragsflaute 50.000 Güterwaggons stilllegen müssen. Der Konzern sei trotzdem an einer Sicherung der Arbeitsplätze interessiert. Die Gespräche am Mittwoch begannen zweigleisig: Die Bahn sprach zunächst mit Transnet und GDBA. Ein Treffen mit der GDL folgte. Die drei Gewerkschaften haben sich bislang nicht auf eine Zusammenarbeit verständigt. Kirchner berichtete, die GDL habe kein Kooperationsabkommen eingehen wollen. GDL-Chef Claus Weselsky sagte: "Ich sehe die Notwendigkeit einer Abstimmung mit anderen Gewerkschaften momentan nicht." Die GDL ist in der Tarifrunde für rund 20.000 Lokführer zuständig, die Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA für die übrigen 130.000 Mitarbeiter. Alle drei Gewerkschaftsvorsitzenden forderten von der Bahn ein besseres Angebot. GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel sprach von einem "Nicht-Angebot" und einer "Provokation". Weselsky sagte: "Das Angebot ist ein Scherz." Bis Mai 2008 war Hansen Vorsitzender der Transnet, wechselte dann aber überraschend als Arbeitsdirektor zur Bahn. Zur Atmosphäre der Verhandlungen bemerkte er: "Ich habe keine Spannungen verspürt." Kirchner sagte: "Es war ein anderer Hansen, als der, den sie noch vor einem Jahr kennengelernt haben." Hansen habe sich in seiner Rolle als Arbeitsdirektor gefunden und fülle sie voll aus. (dpa)

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