Stuttgart bleibt Feinstaub-Spitzenreiter

04.03.2009 17:15 Uhr
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Der LKW ist nicht Hauptverursacher von Feinstaub
© Foto: ddp

Stuttgart bleibt bei der Belastung mit gesundheitsschädlichem Feinstaub auch zu Jahresbeginn Spitzenreiter. Lastwagen sind nicht Hauptproblem

Stuttgart. Die schwäbische Metropole Stuttgart bleibt bei der Belastung mit gesundheitsschädlichem Feinstaub auch zu Jahresbeginn Spitzenreiter. Am vielbefahrenen Neckartor in der für ihre berüchtigte Kessellage bekannten Landeshauptstadt wurde bis zum 26. Februar bereits an 42 Tagen der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter am Tag überschritten, teilte Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) am heutigen Mittwoch mit. Erlaubt sind aber laut einer EU-Richtlinie nur 35 Tage pro Jahr. Das Neckartor war bereits 2008 mit 89 Tagen über dem Grenzwert die am stärksten belastete von bundesweit 400 Messstationen für Feinstaub. Allerdings waren es 2005 noch 187 Tage. Feinstaub stammt unter anderem aus Dieselfahrzeugen, Haushalten und der Industrie. Die kleinen Partikel sind für die menschliche Gesundheit deshalb gefährlich, weil sie in Nase und Rachen nicht hängen bleiben, sondern ungehindert in die Lunge gelangen. Dort können sie Entzündungen, Asthma und sogar Krebs auslösen. Gönner will der Gefahr unter anderem mit den 15 Umweltzonen im Land begegnen. Welchen Anteil die Verbannung von «alten Stinkern» aus den Zentren hat, ist aber umstritten. Laut Gönner könnte das Problem am Stuttgarter Neckartor dadurch entschärft werden, dass der Verkehrsstrom flüssiger gemacht wird. Dafür müsse der Querverkehr an der Kreuzung abgeschafft werden. Eine Lösung könne auch in die Umgestaltung der Bundesstraße 14 an der Stuttgarter Kulturmeile integriert werden. Aber für solche Maßnahmen sei die Stadt verantwortlich. Zur Diskussion um ein Durchfahrtverbot für Lastwagen in Stuttgart sagte sie, man müsse sich vorstellen, dass dann ein Lkw mit neuester Abgastechnik nicht in das Zentrum hineinfahren dürfe, aber ein Pkw mit roter Plakette noch bis 2012 freie Fahrt habe. Diese Plakette steht für die Schadstoffklasse mit den höchsten Emissionen. Als weitere immer bedeutsamere Quelle des gesundheitsschädlichen Feinstaubs neben dem Verkehr nannte die Ministerin die Holzfeuerung. Grund seien die zunehmend verbreiteten Kamin- und Holzöfen ohne moderne Filtertechnik. „Wir brauchen deshalb auch für kleine Holzfeuerungsanlagen verbindliche Umweltstandards mit praktikablen Übergangsregelungen für bestehende Öfen“, forderte Gönner von der Bundesregierung. (dpa/ak)

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