Leipzig. Trotz Klimawandel und Erderwärmung wird das Verkehrssystem weltweit weiter wachsen. Bevölkerungswachstum, zunehmende Verstädterung und steigende Einkommen werden die globale Nachfrage nach Transport stark steigen lassen, heißt es in einer heute beim Weltverkehrsforum in Leipzig vorgestellten Studie des Forschungszentrums für Transport bei der Industrieländervereinigung OECD. Um den steigenden Bedarf zu kompensieren müsse nach Wegen gesucht werden, die Verkehrsinfrastrukturen immer effizienter zu nutzen.
Laut den Experten des ITF/OECD Joint Transport Research Centre, die die Studie „Transport Outlook" erarbeitet haben, wird die derzeitige Krise vergleichsweise stärkere Auswirkungen auf Handel und Verkehr haben als vorangegangene Rezessionen. Dies komme im außerordentlich deutlichen Rückgang der Transportmengen und Frachtraten zum Ausdruck. Das Handelsvolumen fiel laut CPB World Trade Volume Index um 20 Prozent, die Frachtraten für Schüttgut fielen von 2007 auf 2008 dramatisch um den Faktor acht.
Nach Meinung der Wissenschaftler muss die Optimierung beim Brennstoffverbrauch die Kernstrategie beim Abbau verkehrsbedingter CO2-Emissionen sein. Gleichzeitig müsse der Energiemix des Mobilitätssektors dringend verändert werden, um ein erneutes Ansteigen der Verkehrsemissionen nach 2050 zu vermeiden. „Die Politik muss diesen langfristigen Prozess jetzt auf den Weg bringen", forderte Jack Short, Generalsekretär des International Transport Forum (ITF), anlässlich der Vorstellung der Studie. „Innovation ist der Schlüssel. Wir brauchen ihn in allen Bereichen: Um die bestmöglichen Ergebnisse aus etablierten Technologien zu bekommen und um neue Wege zu eröffnen, die Mobilität sauberer, sicherer, zugänglicher und effizienter machen." (sb)